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Erste deutsche H1N1-Tote - Impfung ab 26. Oktober

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Erfurt/Berlin (dpa) - In Deutschland ist erstmals ein Mensch nachweislich an der Schweinegrippe gestorben. Die Todesursache der 36-jährigen Frau hätten Forscher in umfangreichen Tests herausgefunden, teilte das Essener Universitätsklinikum am Donnerstag mit.

Die Patientin war bereits am 25. September einem Multiorganversagen erlegen. «Wir sind sehr sicher, dass H1N1 ursächlich für den Tod ist. Ohne die Infektion wäre die Patientin nicht gestorben», sagte der Ärztliche Direktor des Klinikums, Professor Gerald Holtmann. Unterdessen berichtete das Thüringer Gesundheitsministerium, dass die Impfungen gegen Schweinegrippe in Deutschland voraussichtlich am 26. Oktober starten.

Der Termin gelte, «wenn alles glatt läuft», sagte Ministeriumssprecher Thomas Schulz am Donnerstag in Erfurt. Er rechne mit einer Verzögerung von allenfalls wenigen Tagen, falls es etwa Transportprobleme gebe. Zudem müsse das Paul-Ehrlich-Institut die Impfstoff-Chargen noch freigeben. Thüringen hat derzeit den Vorsitz der Gesundheitsministerkonferenz.

Nach neuen Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) sollen zunächst Medizinpersonal sowie chronisch Kranke und Schwangere geimpft werden. Bei den beiden letzteren seien die Krankheitsverläufe schwerer, und es komme weltweit gesehen häufiger zu Todesfällen.

«Ab Mitte November können sich auch alle, die nicht zu diesen Gruppen gehören, impfen lassen», sagte Schulz. Derzeit sei Impfstoff für 25 Millionen Menschen bestellt, rund einem Drittel der Bevölkerung Deutschlands. Die Impfung sei freiwillig und werde von den Krankenversicherungen bezahlt. Schulz rechnet jedoch damit, dass sich nicht alle Menschen impfen lassen. «Sollte der Impfstoff nicht reichen, so haben wir Nachbestelloptionen. Wir gehen aber davon aus, das vorerst nicht nachbestellt werden muss.» Wenn hingegen Impfstoff übrig bleibe, werde er an ärmere Länder abgegeben.

Eine Impfung sei jedoch nicht für jeden Menschen ratsam. «Ein Arzt muss feststellen, ob jemand impftauglich ist», erläuterte Schulz. Das gelte insbesondere für Menschen, die viele Medikamente einnehmen, etwa Psychopharmaka. «Das neue Virus ist ansteckender als die saisonalen Influenzaviren, und es könnte daher eine größere Zahl von Menschen als in einer saisonalen Welle betreffen», schreibt das Robert Koch-Institut (RKI). Im Durchschnitt gebe es bislang jeden Winter in Deutschland geschätzte 8 000 bis 11 000 grippebedingte Todesfälle; überwiegend seien es ältere kranke Menschen.

Die in Essen an Schweinegrippe gestorbene Patientin war mit 180 Kilogramm übergewichtig, zuckerkrank und zudem starke Raucherin. Damit sei die 36-Jährige eine Risikopatientin gewesen, sagte Klinikumsdirektor Holtmann. Die Frau war nach einer verschleppten Grippe in ein Krankenhaus gekommen und musste dort künstlich beatmet werden. Trotz einer Behandlung mit dem Grippemittel Tamiflu starb die Frau zehn Tage, nachdem sie in die Uniklinik Essen verlegt worden war. Die Kaskade der Krankheiten sei zu diesem Zeitpunkt schon losgetreten gewesen, sagte Holtmann.

«Der erste Todesfall zeigt, dass das individuelle Risiko insgesamt nicht sehr hoch ist», sagte er. Typisch für Schweinegrippe sei, dass ein relativ junger Mensch betroffen sei, der zudem ein hohes gesundheitliches Risiko gehabt habe. Ein gesunder Mensch habe bei Schweinegrippe ein wesentlich geringeres Sterberisiko.

Gesundheit / Grippe
08.10.2009 · 18:30 Uhr
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