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Erneut Tote bei Anschlägen im Nordkaukasus

Russische Teilrepubliken im NordkaukasusGroßansicht
Moskau (dpa) - Eine Woche nach Terroranschlägen in der Moskauer Metro sind bei erneuten Selbstmordattentaten in Russland mindestens zwei Polizisten getötet und vier weitere verletzt worden.

In der Teilrepublik Inguschetien im Konfliktgebiet Nordkaukasus riss ein Attentäter vor einer Polizeiwache zwei Diensthabende mit in den Tod. Kurz darauf detonierte an der gleichen Stelle eine Autobombe mit der Sprengkraft von 50 Kilogramm TNT. Das meldete die Nachrichtenagentur Interfax am Montag. Am 29. März hatten zwei Attentäterinnen aus dem Nordkaukasus in der Moskauer Metro 40 Menschen getötet. Seitdem nahm auch der Terror in der Konfliktregion zu. Erst am Sonntag war in der Teilrepublik Dagestan ein Güterzug nach einem Anschlag entgleist.

Bei den Selbstmordattentaten in Inguschetien sei die Polizei knapp einem größeren Blutbad entronnen, sagte ein Sprecher der kremltreuen Einheiten. Anders als sonst, hätten sich zum Zeitpunkt der Detonation nur wenige Menschen im Hof der Polizeiwache in der Stadt Karabulak aufgehalten. Im August 2009 waren bei einem ähnlichen Anschlag in Inguschetien mindestens 20 Menschen ums Leben gekommen. In der Republik waren erst am Ostersonntag mehrere Bomben auf einem Friedhof entschärft worden. Die heimtückischen Sprengfallen sollten Zivilisten töten, die die Gräber ihrer Angehörigen besuchen.

Nach Angaben der Ermittlungsbehörden in Moskau hängen die Anschläge der vergangenen Tage, bei denen insgesamt fast 60 Menschen starben, zusammen. Die Behörden identifizierten unterdessen eine 28- jährige Diplompädagogin aus Dagestan als zweite Attentäterin aus der Moskauer Metro. Zuvor war bereits eine 17-Jährige ebenfalls aus Dagestan als Täterin ermittelt worden. Zahlreiche russische Politiker fordern wegen der blutigen Terrorwelle eine wesentliche Verschärfung der Gesetze des Landes. Duma-Chef Boris Gryslow beschuldigte Teile der Moskauer Presse, in ihrer Berichterstattung «Verständnis» für die Motive der Terroristen geäußert zu haben. Die Medien wiesen die Vorwürfe zurück und drohten dem Parlamentspräsidenten mit Klage.

In den Teilrepubliken im Nordkaukasus, wo auch das frühere Kriegsgebiet Tschetschenien liegt, kämpfen islamistische Rebellen gegen kremltreue Einheiten für ein unabhängiges «Kaukasus-Emirat». Die Aufständischen hatten nach den Metro-Anschlägen erklärt, sie würden ihren «Heiligen Krieg» auf ganz Russland ausweiten. Nach dem Moskauer Blutbad lagen am Ostermontag noch dutzende Verletzte in Kliniken.

Konflikte / Kaukasus / Russland
05.04.2010 · 13:55 Uhr
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