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Erneut Anschlag auf Indiens Botschaft in Kabul

Anschlag in KabulGroßansicht
Kabul (dpa) - Bei einem erneuten Selbstmordanschlag auf die indische Botschaft in Kabul sind mindestens 17 Menschen getötet und 76 weitere verletzt worden.

Das Innenministerium teilte mit, bei dem Anschlag im Zentrum der afghanischen Hauptstadt seien 15 Zivilisten und zwei Polizisten ums Leben gekommen. 63 Zivilisten und 13 Polizisten seien verletzt worden. Im Juli 2008 waren bei einem Selbstmordanschlag auf die Botschaft mehr als 50 Menschen getötet worden, darunter zwei indische Diplomaten. Derweil erschossen afghanische und ausländische Soldaten bei einem Gefecht in der zentralafghanischen Provinz Logar versehentlich ein Kind.

Der afghanische Präsident Hamid Karsai verurteilte den Anschlag als «abscheulichen Terrorakt», der offensichtlich gegen Zivilisten gerichtet gewesen sei. Die radikal-islamischen Taliban bekannten sich zu der Tat. In einer auf der Webseite der Aufständischen veröffentlichten Mitteilung hieß es, die Botschaft sei das Hauptziel des Anschlags gewesen.

Der Anschlag war der fünfte Selbstmordanschlag in Kabul in weniger als zwei Monaten. Das Innenministerium teilte mit, der Attentäter habe sich in einem mit Sprengstoff beladenen Wagen in die Luft gesprengt. Das Innenministerium und andere Regierungsgebäude liegen in der Nähe des Anschlagsortes. Der private Sender Tolo TV zeigte Bilder, auf denen zwei durch die Explosion beschädigte gepanzerte Fahrzeuge zu sehen waren. Eines davon trug ein Kennzeichen der Vereinten Nationen. Auch der UN-Sondergesandte Kai Eide und die Botschaft der USA in Afghanistan verurteilten den Anschlag scharf.

Indien hat keine Truppen in Afghanistan, engagiert sich aber massiv beim zivilen Wiederaufbau. Das Engagement sorgt beim indischen Erzrivalen Pakistan für Unmut. Das afghanische Außenministerium teilte am Donnerstag mit, den jüngsten Anschlag habe dieselbe Gruppe organisiert, die auch für den Anschlag 2008 verantwortlich gewesen sei. Einzelheiten nannte das Ministerium nicht. Für den Anschlag auf die indische Botschaft im Juli vergangenen Jahres hatten Indien wie auch Afghanistan den pakistanischen Geheimdienst ISI mitverantwortlich gemacht. Pakistan hatte das zurückgewiesen.

Die Taliban teilten unterdessen mit, sie wollten ihren Kampf nicht aus Afghanistan hinaus in andere Länder hineintragen. «Wir hatten nie die Absicht, anderen Ländern inklusive Europa zu schaden, noch haben wir diese Absicht heute», hieß es in einer von den Aufständischen versandten Mitteilung. «Wir verkünden vor der Welt, unser Ziel ist Unabhängigkeit und die Schaffung eines islamischen Systems.» Die Besatzung Afghanistans diene nicht dem Kampf gegen den Terrorismus, sondern Expansionsplänen. «Wir rufen die amerikanischen Herrscher und ihre Alliierten ein weiteres Mal dazu auf, dieses Spiel zu beenden.»

Die Internationale Schutztruppe ISAF teilte am Donnerstag mit, bei einem Einsatz in der Provinz Logar seien in der Nacht neben einem Kind auch mehrere Aufständische getötet worden, darunter ein Taliban- Kommandeur. Die Truppen seien aus einem Gebäude heraus beschossen worden und hätten das Feuer erwidert. Die Soldaten hätten alle Anwesenden mehrfach aufgefordert, das Haus zu verlassen. Nachdem diese Aufforderungen unbeantwortet geblieben seien, hätten sie das Gebäude gestürmt und mehrere Extremisten getötet.

Bei Gefechten in Afghanistan wurden nach offiziellen afghanischen Angaben mindestens 27 Taliban-Kämpfer getötet. Das Verteidigungsministerium teilte am Donnerstag mit, in der südafghanischen Provinz Helmand hätten afghanische und amerikanische Sondereinheiten 17 Aufständische getötet und drei weitere gefangen genommen. Soldaten hätten Waffen und Drogen der Extremisten zerstört. In der südostafghanischen Provinz Paktika wurden nach Angaben der Provinzregierung zehn Aufständische getötet.

Konflikte / Afghanistan
08.10.2009 · 17:10 Uhr
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