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Ermittlungen nach Doppelmord an zwei Frauen

Mitarbeiter eines Bestattungsunternehmen transportieren eine der Leichen ab.Großansicht

Oberhausen (dpa) - Nach dem Doppelmord an zwei Frauen in Oberhausen ermittelt die Polizei in Nordrhein-Westfalen die Hintergründe des Dramas. Die beiden 23 und 30 Jahre alten Freundinnen waren am Freitag erschossen aufgefunden worden.

Dringend tatverdächtig ist der Mann der älteren Frau. Er hatte versucht, sich das Leben zu nehmen und wurde mit lebensgefährlichen Schussverletzungen in eine Klinik gebracht. Als Tatmotiv kommt Eifersucht auf eine lesbische Liebe infrage: Seine Frau, die noch mit ihm unter einem Dach lebte, hatte seit Monaten eine Liebesbeziehung mit der 23-Jährigen.

Die Staatsanwaltschaft erklärte: «Wenn er überlebt, wird er einer Anklage wegen Doppelmordes entgegensehen».

Für die 14 Ermittler der Mordkommission geht es nun unter anderem darum, den Ablauf des Beziehungsdramas und den Tatort zu untersuchen. Unklar seien noch Vorgänge und Tatzeit in der Wohnung des Ehepaares, sagte ein Polizeisprecher: «Die Frau ist mit mehreren Schüssen nach Eindruck der Polizisten regelrecht hingerichtet worden.» Bei einem Großteil der Schüsse war die Pistole beim Abdrücken direkt auf den Körper aufgesetzt, sagte der Sprecher am Samstag. Neben der Toten im Schlafzimmer lag der verletzte Mann.

Die Leiche der 23 Jahre alte Freundin der Frau war Stunden zuvor in einem Auto entdeckt worden. Ihr Wagen stand unauffällig und ordnungsgemäß geparkt in der Nähe der Wohnung des Ehepaares: Die Zündung war eingeschaltet, das Radio lief, hinter dem Lenkrad die zusammengesackte, blutverschmierte Tote. Auf dem Beifahrersitz lag eine Patronenhülse. Nachbarn hatten kurz nach Mitternacht am Freitag einen lauten Knall gehört - möglicherweise war es ein Schuss. Laut Obduktionsbericht könnte dies der Todeszeitpunkt sein. Die Leiche der 30 Jahre alten Toten wird möglicherweise erst am Montag obduziert.

Die Ermittler waren schnell auf das Liebesverhältnis der beiden Frauen gekommen. Unter anderem hatten sie SMS-Nachrichten und E-Mails der Berufskolleginnen entdeckt.

Kriminalität
14.08.2010 · 15:25 Uhr
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