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Ermittlungen gegen Jugendamt im Fall Sarah

Verhungerte SarahGroßansicht
Thalmässing/Nürnberg (dpa) - Im Fall des Hungertodes der dreijährigen Sarah aus dem fränkischen Thalmässing hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen das zuständige Jugendamt eingeleitet.

«Es wird aufgrund einer Anzeige ermittelt», bestätigte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth, Thomas Koch, am Montag entsprechende Medienberichte. Eine Rechtsanwältin, die in dem Sarah-Verfahren aber keine Funktion einnehme, habe Anzeige wegen Beihilfe zum Mord erstattet. Bisher wurde lediglich gegen die Eltern des am 10. August in einer Nürnberger Klinik an Unterernährung gestorbenen Mädchens ermittelt.

«Die Ermittlungen sind aber nicht auf eine bestimmt Person konzentriert», sagte Koch. Auch ohne die Anzeige hätten die Ermittlungsbehörden überprüft, ob Verfehlungen des Kreisjugendamtes Roth vorliegen oder nicht. Weshalb die Rechtsanwältin die Anzeige erstattet habe, sei noch unklar: «Über ihre Motive ist uns nichts bekannt», sagte Koch.

Der Leiter des Kreisjugendamtes Roth, Manfred Korth, zeigte sich «geschockt» von der Anzeige: «Ich bin auf der einen Seite ganz froh, weil dann die Vorwürfe aus dem Raum geschafft werden. Aber die Anzeige lautet auf Beihilfe zum Mord - das ist starker Tobak.» Für seine Mitarbeiter lege er seine Hand ins Feuer.

Gegen die 26 Jahre alte Mutter und den 29-jährigen Vater der dreijährigen Sarah ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen gemeinschaftlichen Totschlags durch Unterlassen. Während sich der 29-Jährige in einer Vernehmung über die Lebensumstände der Familie geäußert hatte, schweigt Sarahs Mutter noch immer zu den Vorwürfen. Der schwer kranken Frau, die in einem Nürnberger Krankenhaus liegt, wurde der Haftbefehl erst vergangene Woche eröffnet, nachdem sie aus dem Koma erwacht war.

Kriminalität / Kinder
31.08.2009 · 15:35 Uhr
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