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Ermittlungen gegen ehemaligen Bundesbeamten wegen Holocaust-Verdacht

Berlin (dts) - Parallel zum Münchner Gerichtsverfahren gegen den mutmaßlichen SS-Gehilfen John Demjanjuk bahnt sich womöglich ein weiterer spektakulärer Holocaust-Prozess an. Wie das Nachrichtenmagazin "Spiegel" berichtet, habe die Zentrale Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen in Ludwigsburg ihre Vorermittlungen gegen den Mann abgeschlossen und einen 80 Seiten starken Bericht erstellt. Sie gibt dieser Tage das Verfahren an die Staatsanwaltschaft Dortmund ab, die bald Anklage erheben könnte. Der 88-jährige soll zwischen Ende November 1941 und Frühjahr 1943 als Aufseher im Vernichtungslager Belzec an der Ermordung von mindestens 430000 Juden mitgewirkt haben. Ein Überlebender von Belzec nannte ihn laut Ermittlungsbericht "einen der größten Mörder" im Lager. Der Mann arbeitete in der Bonner Republik als Amtsgehilfe im Bundesministerium für Raumordnung und Städtebau. Erst zum Demjanjuk-Prozess sei sein Name wieder aufgetaucht, im vergangenen Sommer vernahmen ihn Beamte des Bayerischen Landeskriminalamtes.
DEU / Justiz
16.01.2010 · 09:00 Uhr
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