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Ermittler: Suche nach Absturzursache wird lang

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Paris (dpa) - Die französischen Unfallermittler haben wenig Hoffnung auf eine schnelle Aufklärung des mysteriösen Absturzes des Air-France-Airbus über dem Atlantik: «Wir können uns nicht erlauben zu spekulieren. Wir müssen alles verifizieren».

Das sagte am Mittwoch der Direktor des Amts für Unfallanalysen BEA, Paul-Louis Arslanian, in Paris. «Diese Luftfahrt-Katastrophe ist die schlimmste, die dieses Land je erlitten hat.» Bei dem Absturz waren am Pfingstmontag alle 228 Insassen ums Leben gekommen.

Das BEA (Bureau d'Enquêtes et d'Analyses) leitet die Ermittlungen, weil das Unglück über internationalen Gewässern geschehen und die Maschine in Frankreich gemeldet ist. Es arbeitet parallel zu möglichen juristischen Ermittlungen. Einen «ersten Bericht» will das BEA Ende Juni herausgeben.

Arslanian bat die Journalisten eindringlich, nicht zu spekulieren. «Wir wissen noch nicht einmal die Zeit des Absturzes», sagte er. «Ich bitte Sie erneut: Versuchen wir nicht zu erraten, was passiert ist.» In dem Absturzgebiet gebe es «unterirdische Gebirge» in sehr großer Wassertiefe. Wahrscheinlich liege das Wrack in sehr zerklüftetem Gebiet. Möglicherweise würden die Flugschreiber deshalb nie gefunden, sagte er. «Ich habe keine Zweifel daran, dass die Flugschreiber den Absturz überstanden haben. Es geht aber darum, ob wir sie finden und ob sie aufschlussreiche Informationen liefern.»

Vier Teams ermitteln wegen des Unfalls. Eine Gruppe sucht im Meer nach Trümmern. Die zweite analysiert die Wartung und Geschichte des Flugzeugs. Das dritte Team überprüft Einsatz und Nutzung und das vierte die Ausrüstung der Maschine. 20 Mitarbeiter der BEA und 30 Experten der Air France und des Herstellers Airbus sind laut BEA am Werk. Die Experten von Airbus und Air France werten in Brasilien die Funkgespräche der Piloten und die Radar-Bilder aus.

Auf Details der Pilotengespräche und der automatischen Signale des Flugzeugs ging der BEA-Chef nicht ein. Eine Frage nach der angeblich automatisch gemeldeten Vereisung der Messgeräte am Flugzeugrumpf ließ er unbeantwortet. Die Aussagen der Piloten seien wahrscheinlich im Wesentlichen richtig, sagte er, ohne näher auf sie einzugehen. Dennoch müssten sie überprüft werden. Man müsse alles vom Wrack bergen, was man bergen könne. «Kein Element deutet bisher darauf hin, dass das Flugzeug vor seinem Abflug Probleme hatte.»

Die brasilianische Luftwaffe hat bereits im Atlantik treibende Metallteile und Flugzeugsitze gesichtet. Dennoch wollte Arslanian keinen konkreten Absturzort bestätigen. «Wir wissen nicht, wo das Flugzeug ist», sagte er. «Die Tatsache, dass man kein Signal bekommen hat, hat überhaupt keine Bedeutung.» Die Maschine sei auf der üblichen Route geflogen. «Die Ermittlungen sind lang, manchmal sehr lang, denn man kann sich nicht mit 80 Prozent Verständnis zufrieden geben. Ich bin nicht sehr optimistisch.»

Luftverkehr / Unfälle / Frankreich / Brasilien
03.06.2009 · 13:07 Uhr
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