News
 

Erinnerungssuche in Nachterstedt

NachterstedtGroßansicht
Nachterstedt (dpa) - Drei Monate nach dem Erdrutsch in Nachterstedt (Sachsen-Anhalt) sind Spezialisten der Harzer Bergwacht am Samstag noch einmal in die Unglückssiedlung gegangen. Sie haben persönliche Erinnerungstücke der früheren Bewohner aus den verlassenen Häusern geborgen.

Die 41 Bewohner am Concordia-Tagebausee hatten zuvor Habseligkeiten aufgelistet, die sie zurücklassen mussten, ihnen aber besonders am Herz liegen. Die Siedlung war im Juli aufgegeben worden, weil die Häuser einzustürzen drohen.

Im Sommer waren drei Menschen ums Leben gekommen, als riesige Erdmassen zwei Häuser in den Tagebausee rissen. Am 18. Juli mussten sämtliche Bewohner die Siedlung verlassen. Ob sie jemals zurückkehren können, ist noch ungewiss. Die Bergwacht ging nun in elf Wohnungen und Häuser. Zwei Familien verzichteten auf eine Bergung ihrer Habseligkeiten. «Wir sind froh, für die Betroffenen das Möglichste gemacht zu haben», sagte Bürgermeister Siegfried Hampe. Die Bewohner seien sehr glücklich darüber gewesen, ein paar Erinnerungsstücke wieder zu besitzen.

Bei Regenwetter war das Risiko für die Bergwacht zunächst schwer einzuschätzen. Am Samstagmorgen wurde die Bodenfestigkeit erneut gemessen, was den Einsatz verzögerte. Es habe aber keine Gefahr weiterer Erdrutsche bestanden, sagte die Sprecherin der Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau- Verwaltungsgesellschaft (LMBV), Katrin Franke. Das Unternehmen ist für die Flutung des früheren Braunkohle- Tagebaus zu einem See verantwortlich. Die LMBV hatte es abgelehnt, dass die früheren Bewohner selbst in ihren Häusern nach liebgewonnenen Erinnerungsstücken suchen können. Die Ursache des Erdrutsches will die LMBV bis Ende des Jahres erforscht haben.

Notfälle / Erdrutsch
17.10.2009 · 16:55 Uhr
[0 Kommentare]

Die aktuellen Schlagzeilen

 
 

 

News-Archiv

 
Diese Woche
23.03.2017(Heute)
22.03.2017(Gestern)
21.03.2017(Di)
20.03.2017(Mo)
Letzte Woche
Vorletzte Woche
Top News

Weitere Themen