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Erdogan will teilhaben am Arabischen Frühling

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Kairo (dpa) - Nach der Eskalation des Streits mit Israel sucht der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan eine weitere Annäherung an die arabische Welt. Auf eine bewusste Provokation Israels wird der 57-Jährige aber aller Voraussicht nach verzichten.

Es werde nicht erwartet, dass Erdogan nach seinem zweitägigen Besuch in Ägypten in den palästinensischen Gazastreifen fährt, hieß es am Montag aus dem ägyptischen Außenministerium. Über eine derartige Reise, die von Israel als Affront verstanden würde, hatte der türkische Regierungschef in den vergangenen Wochen mehrfach laut nachgedacht.

Der Visite kommt vor dem Hintergrund der jüngsten Spannungen zwischen Israel und seinen langjährigen regionalen Partnern, der Türkei und Ägypten, gesteigerte Bedeutung zu. Am Wochenende hatte eine wütende Menge die israelische Botschaft in Kairo gestürmt. Die Türkei hatte Anfang des Monats den israelischen Botschafter des Landes verwiesen. Damit war der Streit zwischen beiden Ländern über die Erstürmung einer Hilfsflotte für den Gazastreifen Ende Mai 2010 eskaliert. In Ägypten und in der Türkei stößt die Politik Israels gegenüber den Palästinensern auf starke Ablehnung.

Am Montag traf ein hochrangiger israelischer Sicherheitsbeamter in Kairo ein, um über die Ermittlungen zum Tod von fünf ägyptischen Grenzbeamten auf dem Sinai zu sprechen. Israelische Sicherheitskräfte hatten sie bei der Verfolgung mutmaßlicher palästinensischer Terroristen an der ägyptisch-israelischen Grenze im August erschossen. Erst auf Drängen Kairos äußerte Israel offiziell sein Bedauern.

Erdogan will am Dienstag in der ägyptischen Hauptstadt eine Grundsatzrede halten. Nach Informationen des Außenministeriums in Kairo wird er zudem den Vorsitzenden des seit dem Sturz von Präsident Husni Mubarak regierenden ägyptischen Militärrates, Mohammed Hussein Tantawi, treffen. Außerdem nimmt er an einer Sitzung der Außenminister der Arabischen Liga zum Nahost-Konflikt teil. Während dieser Sitzung will Palästinenserpräsident Mahmud Abbas sein Vorhaben erläutern, in der kommenden Woche bei den Vereinten Nationen die Anerkennung eines unabhängigen Staates Palästina zu beantragen.

Aus Sicht des ägyptischen Außenministers Mohammed Amro haben die Palästinenser gar keine andere Wahl als jetzt die Anerkennung für ihren Staat zu suchen. Denn Israel sei an ernsthaften Verhandlungen über eine Friedenslösung nicht interessiert.

Unruhen / Ägypten / Türkei / Israel
12.09.2011 · 15:58 Uhr
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