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Erdbeben erschüttert US-Ostküste

Beben-Schäden in WashingtonGroßansicht

Washington (dpa) - Ein Erdbeben der Stärke 5,9 hat am Dienstag weite Teile der amerikanischen Ostküste erschüttert. Wie die US-Erdbebenwarte USGS berichtete, lag das Epizentrum nahe der Ortschaft Mineral im US-Bundesstaat Virginia, rund 130 Kilometer südlich von Washington.

Die Erschütterungen waren auch in der Hauptstadt Washington sowie in New York zu spüren. Berichte über Verletzte oder größere Schäden lagen zunächst nicht vor.

In Washington wurden mehrere Bürogebäude sowie das Pentagon, das Außenministerium und das Kapitol evakuiert, berichtete der TV-Sender CNN. In Virginia seien zwei Atomreaktoren vorsichtshalber vom Netz genommen worden. Es soll an ihnen aber keine Schäden geben, wie CNN und anderen Medien wie Fox News berichteten.

Laut CNN gab es in Washington im Pentagon einen Wasserrohrbruch sowie Schäden an der National Cathedral. Zunächst hatten Einwohner der Hauptstadt befürchtet, es handle sich um einen Terroranschlag. Im Raum Washington fielen viele Telefone und Handys aus.

Auch auf Martha's Vineyard, dem Urlaubsort von Präsident Barack Obama, im Staat Massachusetts sollen die Erschütterungen zu spüren gewesen sein.

Das Beben dauerte rund eine Minute. Es ereignete sich nach Angaben der Erdbebenwarte nur etwa einen Kilometer unter der Erde. «Die Erde hat mehr als 40 Sekunden gebebt», berichtete eine Augenzeugin in Washington der Nachrichtenagentur dpa. Tausende Menschen seien ins Freie gelaufen. «Die Erde hat ganz kräftig gewackelt. Die Ampeln und Telefone sind zum Teil ausgefallen.»

Auch in New York gab es so starke Erschütterungen, dass Gebäude evakuiert oder Veranstaltungen abgebrochen wurden, darunter die Pressekonferenz des Staatsanwalts Cyrus Vance zum Fall Dominique Strauss-Kahn.

In Virginia gibt es fast alle ein bis zwei Jahre kleinere Erdbeben, die keine oder nur geringe Schäden verursachen. Gelegentlich richtet aber auch ein schwereres Erdbeben größere Schäden an. Das letzte Erdbeben mit großen Folgeschäden ereignete sich nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS im Jahr 1875. Es hatte eine Stärke von 4,8. Ein so heftiges Beben wie jetzt am Dienstag mit der Stärke 5,9 gab es zuletzt im Jahr 1897.

Erdbeben im Osten der USA sind zwar seltener als im Westen des Landes, sie sind aber oft über eine größere Region zu spüren.

«Es war eines der stärksten Erdbeben, die wir bislang dort gehabt haben», sagte am Dienstag die Seismologin Lucy Jones von der US-Erdbebenwarte dem TV-Sender CNN. Alte Gebäude in der Nähe des Epizentrums könnten beschädigt worden sein. Es sei mit Nachbeben zu rechnen, fügte sie hinzu.

Erdbeben / USA
23.08.2011 · 22:43 Uhr
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