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Entwurf für Klimavertrag in Bangkok auf Prüfstand

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Bangkok (dpa) - Mit der Mahnung zur Eile hat am Montag in Bangkok die vorletzte Vorbereitungsrunde für den Klimagipfel im Dezember in Kopenhagen begonnen. 4000 Regierungsvertreter, Experten und Umweltschützer aus 177 Länder sind nach Thailand gekommen.

Sie wollen an einem neuen Klimavertrag arbeiten, der in Dänemark verabschiedet werden soll. Der jüngste Entwurf von 280 Seiten soll auf 40 Seiten gestrafft werden.

«Die Zeit läuft uns nicht nur davon, sie ist fast um», warnte der Chef des Weltklimasekretariats, Yvo de Boer, zum Auftakt. «Unsere Hauptaufgabe ist es, uns darauf zu einigen, wie ein Kopenhagen- Vertrag funktionieren könnte.» Politiker haben jüngst beim G20-Gipfel in Pittsburgh und bei der UN-Vollversammlung in New York bekräftigt, dass die Treibhausgase reduziert werden müssen. Die Vorbereitungskonferenz in Bangkok findet auf Ebene der Referenten in den Umweltministerien statt.

Der US-Delegierte Jonathan Pershing schlug in Bangkok vor, nicht weiter über heere Prinzipien sondern über konkrete Maßnahmen zu diskutieren. Doch die Position der USA ist gespalten: Sie haben sich unter Präsident Barack Obama zwar zum Kampf gegen die gefährliche Erderwärmung verpflichtet. Die Chancen Obamas, ein entsprechendes Gesetz auch durch das Parlament zu bringen, stehen jedoch schlecht. Derzeit beherrscht die Debatte um die Gesundheitsreform die US- Innenpolitik.

EU-Klimaunterhändler Artur Runge-Metzger forderte Länder wie China und Indien auf, ihre Zusagen zur Begrenzung des Emissionswachstums mit konkreten Plänen zu untermauern.

Einer der Knackpunkte ist der Anpassungsfonds, aus dem Klimaschutzmaßnahmen in ärmeren Ländern finanziert werden sollen. Dafür sind nach Schätzungen im Jahr 150 Milliarden Dollar (100 Milliarden Euro) notwendig. Die reichen Länder haben aber bislang nur einige Millionen zugesagt.

Nach einem Vorschlag der EU-Kommission soll Europa bis zu 15 Milliarden Euro im Jahr 2020 für Klimaschutzmaßnahmen in Entwicklungsländern bezahlen. Die EU-Staats- und Regierungschefs müssen auf ihrem Gipfel Ende Oktober darüber jedoch noch abstimmen.

Auch beim G20-Gipfel wurde beim Anpassungsfonds kein Durchbruch erzielt. «Ich war enttäuscht vom G20-Treffen», sagte die dänische Klima-Ministerin Connie Hedegaard. «Die Industrieländer müssen unter Beweis stellen, dass sie es ernst meinen.»

Umweltschützer hoffen, dass die Industrieländer sich in dem neuen Klimavertrag auf eine Reduzierung der schädlichen Treibhausgase bis 2020 um 40 Prozent unter das Niveau von 1990 einigen. Nur so kann nach den Vorhersagen der Klimaexperten eine größere Klimakatastrophe noch abgewendet werden. Die letzte Vorbereitungsrunde für die Kopenhagener Verhandlungen findet Anfang November in Barcelona statt.

UN / Klima
28.09.2009 · 15:16 Uhr
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