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Entwicklungsländer kritisieren Klimapolitik der Industriestaaten

Kopenhagen (dts) - Der heutige dritte Tag der Weltklimakonferenz war von Konflikten zwischen den Industrie- und den Entwicklungsländern geprägt. Die Entwicklungsländer warfen den Industrieländern vor, bei der Klimapolitik imperialistische Ziele zu verfolgen. Die EU reagierte mit dem Gegenvorwurf, die Entwicklungsländer, besonders China, behinderten die Diskussion zentraler Klimaprobleme. Anlass für die Unstimmigkeiten war ein Papier des dänischen Ministerpräsidenten Lars Lokke Rasmussen, das dieser an einige Industriestaaten verschickt hatte. In diesem Entwurf für ein neues Klimaabkommen ist die Rede davon, auch die ärmeren Länder an der Reduzierung des Kohlendioxid-Ausstoßes zu beteiligen. "Der dänische Text versucht, 60 Prozent der Atmosphäre für 20 Prozent der Menschen in den reichen Staaten zu reservieren", kritisierte der Sprecher der Entwicklungs- und Schwellenländergruppe G77, der Sudaner Lumumba Di-Aping. Die restlichen 80 Prozent der Weltbevölkerung würden damit zu weiterem Leid und Ungerechtigkeit verurteilt werden. Der schwedische EU-Chefverhandler Anders Turesson äußerte sich daraufhin enttäuscht darüber, dass es nicht erlaubt sei, über zentrale Fragen wie globale geltende Verpflichtungen auf weniger CO2-Emissionen zu diskutieren. Im bisher geltenden Kyoto-Protokoll sind die Entwicklungsländer noch von Verpflichtungen zur CO2-Reduzierung ausgenommen. Die Klimakonferenz in Kopenhagen, bei der eine Nachfolgeregelung für das 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll gefunden werden soll, dauert noch bis zum 18. Dezember an.
Dänemark / Klimakonferenz
09.12.2009 · 22:43 Uhr
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