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Energiewende lässt Ökostromkosten wohl steigen

Windräder statt BraunkohleGroßansicht

Berlin (dpa) - Entgegen Schätzungen der Regierung könnte die von allen Verbrauchern zu zahlende Ökoenergie-Umlage im kommenden Jahr leicht steigen.

Branchenkreise gehen übereinstimmend davon aus, dass sich die Umlage von heute 3,5 auf rund 3,8 Cent je Kilowattstunde (kWh) erhöhen könnte, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur. Auch die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» hatte jüngst über solche Erwartungen berichtet. Für einen Durchschnittshaushalt mit einem Jahresverbrauch von 4000 Kilowattstunden wären dies etwa 12 Euro mehr im Jahr.

Die Erneuerbare-Energien-Umlage für 2012 wird von den vier Übertragungsnetzbetreibern am 14. Oktober veröffentlicht. Da sie für das laufende Jahr vorsorglich hoch angesetzt worden war, hatte das Bundesumweltministerium betont, dass es eher von einer sinkenden Umlage für 2012 ausgehe.

Im August war das Umlage-Konto der Netzbetreiber, auf das die Zahlungen fließen, mit rund 450 Millionen Euro im Minus. Um künftig nicht weiter in Vorleistung treten zu müssen, könnten die Betreiber künftig einen zusätzlichen Beitrag als Puffer erheben. Dies könnte die Umlage für den Verbraucher weiter verteuern.

Jürgen Scheurer vom Strompreis-Vergleichsportal Verivox betonte, dass angesichts der Entwicklung 2012 mit steigenden Strompreisen zu rechnen sei. Denn auch der Netzausbau dürfte sich niederschlagen - die Netzentgelte sind wie die Ökostromumlage im Strompreis enthalten.

Treibend bei der Umlage ist neben mehr Windrädern und vor allem Photovoltaikanlagen ein paradoxer Effekt: Mehr Ökostrom senkt an der Strombörse in Leipzig den Preis. Dies treibt aber zugleich die Öko-Umlage in die Höhe, die sich aus der Differenz zwischen der im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) festgelegten Einspeisevergütung und dem an der Börse erzielten Preis berechnet. Sinkt der Börsenpreis, wächst zugleich diese Differenz. Die Ökostrom-Umlage war im Jahr 2000 im EEG festgelegt worden, um den Ausbau der Ökoenergien anzuschieben.

Durch die letztjährige Erhöhung der Umlage von 2,047 Cent auf aktuell 3,53 Cent stiegen nach Angaben des Verbraucherportals toptarif.de die Strompreise in diesem Jahr bei rund 800 Versorgern um durchschnittlich sieben Prozent. Für Haushalte bedeutete diese Steigerung bei einem Jahresverbrauch von 4000 Kilowattstunden im Schnitt Mehrkosten von insgesamt rund 67 Euro.

Energie / Atom
14.09.2011 · 13:12 Uhr
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