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Empörung über Mord an Siedlern im Westjordanland

Israelische SoldatenGroßansicht

Tel Aviv (dpa) - Der Mord an einer fünfköpfigen Siedlerfamilie im von Israel besetzten Westjordanland hat international Bestürzung und Empörung ausgelöst. Ein palästinensischer Extremist hatte die israelische Familie in der Nacht zum Samstag im Schlaf überfallen.

Er erstach die Eltern und ihre Kinder im Alter von elf und drei Jahren sowie ein Baby von nicht einmal einem Jahr. Zu der Bluttat bekannten sich die palästinensischen Al-Aksa-Brigaden. Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilte den «schockierenden Mord». US-Außenministerin Hillary Clinton und ihr deutscher Kollege Guido Westerwelle forderten, dass die Täter zur Verantwortung gezogen werden müssten.

Der Täter war am frühen Samstagmorgen in die Siedlung Itamar südöstlich von Nablus eingedrungen. Wie israelische Medien berichteten, gelang es drei weiteren Kindern der Familie, zu Nachbarn zu flüchten. 2002 hatte es bereits bei einem Terrorangriff auf eine Familie in der Siedlung mehrere Tote gegeben.

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu reagiert schockiert auf den Anschlag und kündigte eine Bestrafung der Verantwortlichen an. Die israelische Armee nahm die Suche nach dem Täter auf. Soldaten errichteten Straßensperren. «Der gesamte Vorfall wird derzeit untersucht», sagte ein Armeesprecher.

Die Al-Aksa-Brigaden, der bewaffnete Flügel der Fatah-Bewegung, rühmte die Morde in einer Erklärung als «heldenhaften Einsatz». Sie bezeichneten die Bluttat als Reaktion auf die israelische Besetzung des Westjordanlandes und die Abriegelung des Gazastreifens.

Ban forderte eine Bestrafung der Täter. Zugleich habe der UN-Generalsekretär alle Seiten zur Zurückhaltung aufgefordert, sagte sein Sprecher in New York.

«Ich war schockiert und zutiefst betrübt, als ich von dem brutalen Mord erfahren habe», teilte Clinton in Washington mit. Das Weiße Haus forderte die palästinensische Autonomiebehörde auf, den Terroranschlag unmissverständlich zu verurteilen und die Täter des «abscheulichen Verbrechens» zu Verantwortung zu ziehen.

Auch Westerwelle sprach von einem «grausamen und hinterhältigen» Anschlag. «Die Täter müssen schnell gestellt und zur Verantwortung gezogen werden», erklärte er in Berlin.

Konflikte / Nahost
12.03.2011 · 23:15 Uhr
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