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EM-Organisator: «Leichtathletik verliert an Boden»

Barcelona (dpa) - Der Organisationschef der Europameisterschaften in Barcelona hat sich angesichts des mangelnden Zuschauerinteresses besorgt über die Zukunft der Leichtathletik geäußert.

«Wir verlieren ganz klar an Boden und es ist so schade. Leichtathletik ist die Nummer-eins-Sportart bei Olympischen Spielen», sagte der Spanier José Maria Odriozola am Sonntag in einem ARD-Interview. «Aber wir müssen das eben auch sonst besser verkaufen, vor allem für junge Leute. Die meisten Fans hier sind über 40.»

Generell sei er zufrieden mit der EM, «mit der großen Ausnahme, dass eben das Stadion nicht voll war abends». Das Olympiastadion von 1992 in Barcelona sei eine große Arena. «Für ein Event wie die Leichtathletik-EM ist es schwierig, es zu füllen», sagte Odriozola, der auch Präsident des spanischen Leichtathletik-Verbandes ist, und nennt als eine mögliche Ursache: «Vielleicht verkaufen wir die Leichtathletik nicht angemessen.» An den sechs Final-Abenden der EM war das Stadion nur zweimal mit 32 000 Zuschauern ausverkauft.

Die Sportart müsse modernisiert werden. «Wir müssen flexibler sein bei den Regeln, unsere Wettkämpfe attraktiver gestalten für die Zuschauer», sagte Odriozola. «Natürlich ist Tradition etwas sehr Wichtiges, aber andere Sportarten verändern sich auch und ihre Regeln mit.» Die Wettkämpfe seien oft zu lang, während ein Fußballspiel nie länger als zwei Stunden dauere. «Aber unser Sport ist eben komplizierter, viele Events laufen zur gleichen Zeit», so der Spanier. «Auf der Bahn oder im Innenfeld, schwierig dem zu folgen, man muss fast ein Experte sein, um wirklich das Spektakel genießen zu können.»

Leichtathletik / EM / Organisation
01.08.2010 · 22:10 Uhr
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