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Eltern wollen Suche nach «Maddie» verstärken

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Lissabon (dpa) - Die Suche nach dem seit über zwei Jahren vermissten englischen Mädchen Madeleine McCann soll wieder verstärkt werden. Das kündigten die Eltern von «Maddie» am Mittwochabend bei einem Kurzbesuch in der portugiesischen Hauptstadt Lissabon an.

Man wolle «neue Spuren und eine Strategie finden, die zur Verbesserung der Suche» führen soll, erklärten Kate und Gerry McCann. Die Mutter, die erstmals nach ihrer Befragung als Verdächtige durch die Polizei nach Portugal zurückkehrte, sagte sichtlich bewegt: «Der heutige Tag ist sehr wichtig, er kann ein Wendepunkt sein». Es sei ihr sehr schwer gefallen, nach Portugal zurückzukehren. «Aber es war positiv».

Vater Gerry betonte, es gebe keine Beweise dafür, dass «Maddie» tot sei und dass die Eltern für ihr Verschwinden verantwortlich seien. Man habe neue Informationen, die man noch nicht enthüllen könne. Obwohl ein privates Team ihre Tochter weiter suche, strebe man auch eine Wiederaufnahme der Ermittlungen in Portugal an.

In Lissabon trafen sich die Eltern mit ihren portugiesischen Anwälten, um den aktuellen Stand der Suchbemühungen zu erörtern. Außerdem heuerten sie eine PR-Agentur an, die die Suche unterstützen soll. Der Familienanwalt Rogério Alves betonte: «Die Ermittlungen der Polizei sind zwar abgeschlossen, aber die Suche wird erst beendet sein, wenn Kate und Gerry ihre Tochter finden».

Über die einstweilige Verfügung, die die Eltern gegen das Buch des einstigen Chefermittlers Gonçalo Amaral erwirkt hatten, sagte Kate: «Wenn es Leute gibt, die unsere Suche behindern, können wir nicht einfach still halten». In dem Buch «Die Wahrheit über die Lüge» versichert der inzwischen pensionierte Beamte, dass «Maddie» tot sei und die Eltern etwas mit dem Tod der Kleinen zu tun hätten. Nach dem Beschluss eines Zivilgerichts mussten alle noch nicht verkauften Bücher aus Läden und Lagern entfernt werden. Von Amaral fordern die McCanns 1,2 Millionen Euro Schadenersatz. Amaral sagte inzwischen, er wolle gegen die Verbote kämpfen.

Madeleine McCann war am 3. Mai 2007 kurz vor ihrem vierten Geburtstag aus der Ferienwohnung ihrer Eltern an der Algarve-Küste im Süden Portugals verschwunden. Unklar ist, ob es sich um eine Entführung handelte. Die Polizei ermittelte zunächst in diese Richtung. Später vertrat sie jedoch die These, «Maddie» sei tot, und erklärte die Eltern zu Verdächtigen. Im Juli 2008 wurden die Ermittlungen ergebnislos eingestellt.

Kriminalität / Kinder / Portugal / Großbritannien
24.09.2009 · 10:05 Uhr
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