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EKD-Vorsitzende Käßmann tritt aus eigenem Antrieb zurück

Hannover (dts) - Trotz demonstrativem Rückhalt aus den Reihen der Kirche ist die EKD-Vorsitzende Margot Käßmann heute von ihren Ämtern als EKD-Ratsvorsitzende und Landesbischöfin von Hannover zurückgetreten. Käßmann zieht mit dieser Entscheidung die Konsequenzen aus einer Autofahrt unter Alkoholeinfluss vom vergangenen Wochenende. Der Rücktritt beschränkt sich auf ihre hohen Kirchenämter, sie bleibt weiterhin Pastorin der evangelischen Landeskirche. Käßmann bezeichnete den Vorfall als "schweren Fehler" und begründete ihre Rücktrittsentscheidung damit, dass ihre persönliche Überzeugungskraft nicht weiter als uneingeschränkt anerkannt gelten könne. "Ich kann nicht mit der notwendigen Autorität im Amt bleiben", urteilte Käßmann über sich selbst. "So manches, was ich lese in den letzten Tagen, ist mit der Würde des Amtes nicht vereinbar. Aber mir geht es neben dem Amt auch um Respekt und um Achtung vor mir selbst, und um meine eigene Geradlinigkeit, die mir viel bedeutet." Die Reaktionen auf den öffentlichen Auftritt Käßmanns fielen fast durchweg positiv aus, sie wurde vor allem für ihre Geradlinigkeit gelobt. Die evangelische Kirche reagierte mit tiefem Bedauern auf den Rücktritt ihrer Ratsvorsitzenden: "Ihr Rücktritt ist ein schwerer Verlust für den deutschen Protestantismus." Der rheinische Präses Nikolaus Schneider, bisher Stellvertreter Käßmanns, soll nun mindestens für einige Monate kommissarisch die Geschäfte als EKD-Ratsvorsitzender führen.
DEU / Religion / Gesellschaft / Leute
24.02.2010 · 23:43 Uhr
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