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EKD-Chef Schneider beklagt Stagnation in der Ökumene

München/Hamburg (dpa) - Zum Auftakt des zweiten Ökumenischen Kirchentags in München hat der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Präses Nikolaus Schneider, mangelnde Fortschritte in der Ökumene beklagt.

«Es schmerzt auch mich, dass sich im Moment keine schnellen Lösungen abzeichnen», schrieb Schneider in einem Gastbeitrag für das «Hamburger Abendblatt» (Mittwoch). Dabei sei das gemeinsame Abendmahl ein Schwerpunkt. «Von evangelischer Seite steht einem gemeinsamen Abendmahl theologisch nichts im Wege», betonte der EKD-Ratsvorsitzende.

«Wir bieten allen getauften Christen eucharistische Gastfreundschaft an, weil nach unserem Verständnis nicht die Kirche zum Abendmahl einlädt, sondern der Herr der Kirche, Jesus Christus», bekräftigte der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland. Die Protestanten wünschten sich, von der katholischen Kirche als vollwertige Kirche anerkannt zu werden. «Nur wenn wir uns auf Augenhöhe als Kirchen begegnen, können ökumenische Beziehungen in eine gute Zukunft führen», schrieb Schneider.

Mit Blick auf das Treffen in München, das am Mittwochabend eröffnet wurde, zeigte er sich zuversichtlich: «Ich hege die Hoffnung, dass vom ökumenischen Kirchentag Impulse ausgehen, die uns aus allen scheinbaren Sackgassen führen», so der EKD-Ratsvorsitzende. Seit 1999 die Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre zwischen dem Vatikan und den Lutheranern verabschiedet wurde, sei substanziell nicht viel geschehen. Das führe zu einem Gefühl der Stagnation, auch wenn es völlig übertrieben sei, gleich von einer ökumenischen Eiszeit zu sprechen.

Kirchen / Kirchentag
13.05.2010 · 12:55 Uhr
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