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Ein Stück Normalität kehrt in Japans Norden zurück

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Tokio (dpa) - Im Nordosten Japans kehrt eine Woche nach der Naturkatastrophe langsam etwas Normalität zurück. In einer Einkaufsstraße in Sendai öffneten zum Beispiel fast alle Geschäfte wieder, berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo.

Auch Läden in Tome boten den Kunden das Nötigste, nachdem die Stromversorgung wieder aufgebaut worden war. Zerstörte Straßen, Flughäfen und Häfen seien wieder soweit intakt, dass Rettungskräfte in die Katastrophengebiete vordringen sowie Flugzeuge und Helikopter starten und landen können. Rund 90 000 Helfer sind im Einsatz, darunter viele Polizisten und Soldaten.

Der Regierungschef der Präfektur Miyagi, Yoshihiro Murai, sagte: «Ich möchte mich für die bedingungslose Unterstützung von vielen Menschen während der letzten Woche bedanken.»

Die Naturgewalten zerstörten nach Angaben der Regierung fast 12 000 Häuser und Hunderte Straßen. Infolge der Katastrophe seien zudem knapp 270 Feuer ausgebrochen. 6405 Tote sind bisher identifiziert, mehr als 10 000 Leute werden laut Polizei noch vermisst.

In den zerstörten Gebieten herrscht allerdings vielerorts immer noch Ausnahmezustand. In rund 2200 Notfalllagern leben Kyodo zufolge derzeit mehr als 380 000 Obdachlose. Ihre Versorgung ist weiterhin schwierig. Mehr als 20 Menschen starben bereits - wohl auch wegen der Eiseskälte in der Region.

Die Behörden forderten Flüchtlinge in der Provinz Miyagi auf, in die benachbarten Präfekturen auszuweichen. Grund sei der akute Platzmangel in den Notunterkünften. In Fukushima südlich von Miyagi sind ebenfalls viele Lager überfüllt. Menschen suchen deshalb auch in angrenzenden Präfekturen Schutz.

Die Infrastruktur wird im Nordosten zwar schrittweise wiederhergestellt. Allerdings ist das Benzin immer noch sehr knapp. Die Präfektur-Regierung von Miyagi gestattete deshalb, dass Opfer auch ohne Verbrennung bestattet werden dürfen. Die Politiker beschlossen zudem, fast 50 Millionen Euro aus ihren Finanzreserven zu nehmen, um den Treibstoffbedarf der Armee zu finanzieren. Diese bringt seit Tagen unter anderem Hilfsgüter zu den Bedürftigen.

Erdbeben / Japan
18.03.2011 · 08:38 Uhr
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