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Ein Dauerläufer voller böser Enden: «SOKO München» wird 40

Heute heißt die Serie «SOKO München», jahrzehntelang hieß sie «SOKO 5113», doch stets diente sie als feste Bank im ZDF-Programm. Dieses Jahr feiert der TV-Krimi 40-jähriges Jubiläum.

Als am 2. Januar 1978 das ZDF erstmals SOKO 5113 über den Äther schickte, konnte niemand ahnen, welchen Dauerläufer man damit in die deutsche Fernsehwelt gesetzt hat. Um 18 Uhr schalteten damals 9,73 Millionen Menschen ein, um den Fall mit dem Titel "Einsatz: 22.00 Uhr" zu sehen. Mit einem Dienstalter von 40 Jahren ist das 2015 in SOKO München umbenannte ZDF-Format nunmehr der viertälteste, noch laufende Fernsehkrimi der Bundesrepublik.

Im Laufe dieser Zeit wurden über 600 Folgen ausgestrahlt und Ablegerserien in Köln, Leipzig, Stuttgart, Wismar und Wien aus der Taufe gehoben, mit denen es auch vereinzelte Crossover gab. SOKO hat also praktisch den CSI-Weg beschritten, lange bevor die Jerry Bruckheimer-Produktion überhaupt erst gepitcht werden und die US-Fernsehkrimilandschaft nachhaltig verändern sollte.

Die Titeländerung der UFA-Fiction-Produktion erfolgte übrigens einerseits, um das Mutterformat des SOKO-Franchises an seine Ableger anzupassen, und andererseits, um einer zunehmenden Verwirrung des Fernsehpublikums ein Ende zu machen. Denn die 5113 im ursprünglichen Serientitel bezieht sich auf die Vorwahl des SOKO-Chefs, ein Umstand, der in späteren Serienjahren längst nicht allen Fernsehenden geläufig war.

Im Fahrwasser der Titeländerung wurde zudem eine inhaltliche Feinjustierung des Formats vorgenommen: Um den neuen Sehgewohnheiten Tribut zu zollen, wurde SOKO München 2015 vom reinen Procedural, also von einer Krimiserie mit Handlungsfäden, die innerhalb einer einzelnen Folge abgeschlossen werden, hin zu einer horizontal erzählten Serie mit länger laufenden Plots. So neu ist diese Erzählweise allerdings nicht: Schon seit Ende der 90er-Jahre wurden durch gelegentliche, 90-minütige Ausgaben bereits erste, vorsichtige Schritte in Richtung tiefer gehender Storys getätigt. Und bereits die ersten sechs der insgesamt 19 Folgen aus dem Jahr 1978 bildeten eine fortlaufende Geschichte.

Auch in einigen weiteren Aspekten war SOKO München im Laufe seiner bisherigen 40 Jahre oftmals vorwärtsgerichteter als es das vorurteilsbelastete Image des verstaubten, harmlosen deutschen Krimis suggerieren würde – denn vielen Serienfiguren wurde bei ihrem Abgang kein sauberer Abschied vergönnt. Kriminaldirektor Stanelle, der von 1978 bis 1996 zu den Hauptfiguren zählte, wechselte auf die andere Seite des Gesetzes und Diether Krebs' Figur Diether Herle verschwand nach acht Jahren redlicher Arbeit mit einem Drogengeldfund in die Schweiz.

Mehr noch: Nach 123 Folgen im Dienst wurde Werner Kreindl (Karl Göttmann) durch einen Kollegen vergiftet, Kriminalobermeister Fred Less (Bernd Herzsprung) entpuppte sich nach langen Jahren als Verräter – und dies ist nur die Spitze des amoralischen Eisberges. In diesem Sinne: Auf die nächsten 40 Jahre Verbrecherjagd und fallende Helden!
Magazin / Hintergrund / Schwerpunkt
03.01.2018 · 21:23 Uhr
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