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EHEC-Alarm: Die Reaktion von Landwirten und Handel

Berlin (dpa) - Nach dem Fund des gefährlichen EHEC-Erregers auf spanischen Salatgurken schließen die Experten nicht aus, dass auch andere Lebensmittel als Infektionsquelle infrage kommen. Viele Verbraucher sind beim Einkauf verunsichert.

Wie reagieren LEBENSMITTELHÄNDLER?

Mit Edeka und Rewe nehmen die beiden größten Lebensmittelhändler Deutschlands spanische Salatgurken vorsorglich aus dem Sortiment. Die Discounttöchter der beiden Genossenschaftsgruppen - Netto und Penny - folgen. Auch bei den Lebensmittelhändlern des größten deutschen Handelskonzerns Metro - Real, Metro-Großhandel und Kaufhof - gibt es keine spanischen Salatgurken mehr. Der Tengelmann-Konzern reagiert ebenfalls: Die Supermarktkette Kaiser's Tengelmann nimmt vorsorglich spanische Bio-Salatgurken aus den Regalen. Die Handelskonzerne sind angesichts unterschiedlicher Lieferanten nicht gleichermaßen betroffen. Aldi Süd sieht keinen Handlungsbedarf. Kaufland führt nach eigenen Angaben keine spanischen Gurken im Sortiment und verzichtet vorsorglich auf den Bezug von Tomaten, Salat und Gurken aus norddeutschem Anbau. Lidl äußerte sich zunächst nicht.

Was tun die BEHÖRDEN?

In Hamburg werden betroffene Gurken vom Markt genommen. «Wir ziehen alles aus dem Verkehr, was wir diesen Quellen zuordnen können», sagt Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks. Die Gesundheitsbehörde gehe allen denkbaren Vertriebswegen nach. Die betroffenen Proben stammten vom Hamburger Großmarkt. Das saarländische Gesundheitsministerium stoppte den Verkauf spanischer Salatgurken im Land.

Was tun die BAUERN?

Die deutschen Bauern sind neben den Erkrankten die Leidtragenden der Infektionswelle. Die tagelange Debatte über Gemüse als Auslöser der grassierenden Durchfallerkrankungen ging direkt an ihren Geldbeutel. «Wir haben extreme Umsatzeinbrüche, auch bei Bio-Bauern. Der geschätzte Umsatzverlust im Gemüsebereich liegt bei zwei Millionen Euro täglich», sagte der Präsident des deutschen Bauernverbandes, Gerd Sonnleitner, der «Bild»-Zeitung (Freitag). Auf Großmärkten wurden Bestellungen storniert, frisches Gemüse blieb auf den Höfen liegen.

«Die Warnung des Robert-Koch-Instituts ist klar übers Ziel hinausgeschossen», kritisiert der Sprecher des Deutschen Bauernverbandes, Michael Lohse. «Natürlich müssen Verbraucher gewarnt werden. Aber man muss die Realität auf dem Feld berücksichtigen». Auch die Idee, deutsche Bauern hätten Gülle auf ihr Gemüse gespritzt, sei absurd: «Kein vernünftiger Bauer würde das tun. Damit schadet er sich nur selbst, denn Geschmack und Qualität leiden.» Auch wenn nun spanische Gurken als eine Quelle feststünden - die Affäre scheint für die Erzeuger nicht ausgestanden: «So ein Image-Schaden - das dauert, bis das wieder aufgeholt ist», meint Lohse.

Gesundheit / Infektionen
26.05.2011 · 22:40 Uhr
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