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Edward Kennedy - die «Ikone» der US-Liberalen

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Washington (dpa) - Edward «Ted» Kennedy wurde nie US-Präsident, doch hielten ihn viele für den politisch talentiertesten der berühmten Kennedy-Brüder.

Seit 1962 im Senat, galt der kämpferische Sozialreformer und geschickte Stratege als Patriarch der Demokratischen Partei und Galionsfigur der US-Liberalen.

Edward Moore (Spitzname Ted oder Teddy) Kennedy wurde am 22. Februar 1932 als jüngstes von neun Kindern des wohlhabenden und angesehenen Politikers Joseph Kennedy und dessen Frau Rose in Brookline (Massachusetts) geboren. Nach einem Studium der Geschichte an der Harvard-Universität und anschließendem Jura-Studium war Kennedy als Anwalt in Boston tätig und managte 1958 den Senatswahlkampf seines Bruders John F. und war 1960 auch in dessen Präsidentschaftsrennen aktiv. 1962 gewann er den nach dem Wahlsieg von John F. geräumten Senatssitz und wurde immer wiedergewählt.

Nachdem er schon in jungen Jahren einen Bruder im Zweiten Weltkrieg und eine Schwester bei einem Autounfall verloren hatte, trug Edward Kennedy 1963 den ermordeten John zu Grabe und fünf Jahre später den ebenfalls bei einem Attentat ums Leben gekommenen Robert Kennedy. Er selbst kam 1964 bei einem Flugzeugabsturz nur knapp mit dem Leben davon. Nach dem Tod von John und Robert galt er als der Fackelträger der politischen Kennedy-Dynastie und natürlicher Anwärter auf das Präsidentenamt.

Aber sein Ruf als Lebemann und Freund des Alkohols schadete ihm, und im Juli 1969 kam es zum «Chappaquiddick»-Skandal: Nach einer Party verlor er die Kontrolle über sein Fahrzeug, es stürzte von einer Brücke in einen Fluss. Kennedy konnte sich retten und informierte erst einen Tag später die Polizei, seine Beifahrerin Mary Jo Kopechne (29) ertrank.

Der Senator kam mit einer zweimonatigen Bewährungsstrafe wegen Fahrerflucht davon, aber der Weg ins Weiße Haus war ihm damit verbaut. 1976 stieg er wegen Erfolglosigkeit schon frühzeitig aus dem Vorwahlkampf aus, 1980 verlor er im innerparteilichen Rennen um die Präsidentschaftskandidatur gegen Amtsinhaber Jimmy Carter. Seinen Kampf für Minderheiten, Arme und Schwache setzte er in all den Jahren beharrlich fort, insbesondere Bildungs- und Gesundheitsreformen lagen ihm am Herzen. Hunderte wichtige Gesetze tragen Kennedys Stempel.

Im Sommer 2008 wurde bei ihm ein bösartiger Gehirntumor festgestellt. Bei der Amtseinführung von Präsident Barack Obama im vergangenen Januar brach Edward Kennedy mit einem Krampfanfall zusammen und kam ins Krankenhaus. In der Nacht zum Mittwoch starb er 77-jährig im Haus seiner Familie in Hyannisport (Massachusetts)

Innenpolitik / Leute / USA
26.08.2009 · 18:07 Uhr
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