E.ON kommt im ersten Quartal langsam wieder in Fahrt
--E.ON steigert nachhaltigen Konzernüberschuss um 27 Prozent
--EBITDA legt um 9 Prozent auf 3,8 Milliarden Euro zu
--Gesamtjahresausblick bestätigt
(NEU: Mit weiteren Details)
Von Jörn Rehren DOW JONES NEWSWIRES
FRANKFURT (Dow Jones)--Der Energiekonzern E.ON kommt nach dem schwächsten Jahr seiner Unternehmensgeschichte langsam wieder auf Kurs. Der nachhaltige Nettogewinn zog im ersten Quartal dank günstigerer Gaseinkaufspreise und eines verbesserten Russlandgeschäfts um gut ein Viertel an. An seiner Prognose, das Ergebnis 2012 zu verbessern, hält der Düsseldorfer Versorger fest. Finanzvorstand Marcus Schenck zufolge bestätigen die Quartalszahlen die Aussage, dass die "Talsohle" durchschritten ist.
Wie bereits vor einer Woche überraschend mitgeteilt, steigerte E.ON den um Einmaleffekte bereinigten Konzernüberschuss im ersten Quartal um 27 Prozent auf 1,67 Milliarden Euro. Das sind schon weit mehr als die Hälfte des für das Gesamtjahr angestrebten Gewinns von 2,3 bis 2,7 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg um neun Prozent auf rund 3,77 Milliarden Euro.
Verantwortlich dafür war neben einer günstigen Steuerquote vor allem das verbesserte Ergebnis im Gashandel. Hier hatte E.ON zuletzt unter langfristigen Lieferverträgen gelitten, die den Gas- an den Ölpreis koppelten. Deshalb musste der Energiekonzern mehr für das Gas zahlen, als er selbst bei seinen Großkunden erlöste. Im März konnten sich die Düsseldorfer aber mit ihrem norwegischen Lieferanten Statoil auf Preisanpassungen einigen, was sich mit rund 340 Millionen Euro positiv in der Quartalsbilanz niederschlug.
Auch bei ihrem größten Gaslieferanten, der russischen Gazprom, hofft E.ON noch in diesem Jahr auf eine Entlastung. Neue Aussagen zum Stand der Verhandlungen machte E.ON aber nicht.
Zudem stützte das angesichts größerer Kraftwerkskapazitäten verbesserte Geschäft in Russland. Dessen Ergebnisbeitrag erhöhte sich um rund 30 Prozent auf rund 200 Millionen Euro. Gebremst wurde das Ergebnis dagegen von den niedrigeren Strompreisen in Europa sowie den im Zuge des Atomausstiegs in Deutschland stillgelegten Kernkraftwerken.
Der Gesamtumsatz kletterte in den ersten drei Monaten um 28 Prozent auf 35,7 Milliarden Euro. Dies ist vor allem auf Steigerungen im Segment Optimierung und Handel zurückzuführen, aber auch bei den Erneuerbaren Energien. Analyst Sebastian Kauffmann von Cheuvreux zufolge ist die Umsatzkennziffer angesichts zu vieler Durchlaufposten aber wenig aussagekräftig.
An seinem Ausblick hält der Energiekonzern trotz des guten Jahresauftakts fest. Danach soll der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) im laufenden Jahr 9,6 bis 10,2 Milliarden Euro erreichen. Beim nachhaltigen Konzernüberschuss peilt E.ON eine Bandbreite von 2,3 bis 2,7 Milliarden Euro an. Für 2013 liegen diese Zielspannen um rund zwei bzw eine Milliarde Euro höher.
Der Konzern bereinigt seinen Überschuss üblicherweise um nicht wiederkehrende Effekte wie die Neubewertung von Energiederivaten, Buchgewinnen und -verlusten sowie bestimmte Steuereffekte. Der nachhaltige Konzerngewinn bildet die Grundlage für die Dividende.
Vorbörslich zeigt sich die E.ON-Aktie mit einem Plus von 1,2 Prozent etwas besser als der Gesamtmarkt.
-Von Jörn Rehren, Dow Jones Newswires, +49 (0)69 - 29725 115, joern.rehren@dowjones.com DJG/reh/jhe