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DWD: Unwetter-Tief typisch für die Region

Offenbach (dpa) - Die Gebirgsregionen in Sachsen sind gerade im Sommer immer wieder in Gefahr, von unwetterartigen Regenfällen getroffen zu werden.

Warme Luft, vollgesogen mit Wasserdampf, zieht vom Mittelmeer nach Norden und trifft dort auf eine Kaltfront, wie der Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach, Robert Scholz, am Sonntag erklärte. An der Luftmassengrenze bilden sich zahlreiche Schauer und Gewitter. «Die Gebirge sind ein zusätzlicher Kick.» Die Wetterlage bezeichnen Experten als «5b-Tief». Sie war auch im August 2002 der Grund für das Jahrhunderthochwasser.

Für die Katastrophe mit mehreren Toten hatte an diesem Samstag Tief «Viola» an der Grenze zu Polen gesorgt. Die extremen Regenfälle «waren nicht so überraschend», sagte Scholz. Starke Schauer seien seit Freitag von Bayern weitergezogen, so dass der DWD besonders in der betroffenen Region vor Unwettern gewarnt hatte. Dies sei maximal einen Tag im Voraus möglich, sagte Scholz. Wie viel Regen dann niedergehe, sei aber schwer vorherzusagen, weil die Wettermodelle die Niederschlagsmenge oft nur ungenau berechnen.

In den engen Tälern des Erzgebirges und des Zittauer Gebirges traten am Samstag viele Bäche und Flüsse über die Ufer. An der Station Bertsdorf-Hörnitz fielen binnen zwei Tagen 160 Liter Regen pro Quadratmeter. Auch im Osten Brandenburgs seien ungewöhnlich hohe Regenmengen zusammengekommen: In Graustein an der Spree maß der DWD 73 Liter, in Manschow an der Oder 63 Liter.

Im Norden, wohin der Dauerregen zog, sei die Hochwassergefahr deutlich geringer, sagte der Meteorologe. Der sandige Boden in Mecklenburg-Vorpommern nehme das Wasser besser auf. Zudem gebe es «keine Gebirge, an denen es abregnen kann». Wegen der Berge seien von «5b-Tiefs» sonst etwa auch das Sauerland und das Siegerland bedroht.

Die Lage in den Hochwassergebieten sollte sich Scholz zufolge am Sonntag zunächst entspannen. Von Westen her ziehe jedoch ein neues Schauerband auf die Region zu - wieder mit Gewittern. In der Summe werde es aber nicht so viel regnen wie an den vergangenen Tagen.

Wetter / Hochwasser
08.08.2010 · 21:48 Uhr
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