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Dutzende Tote bei Terrorserie in Pakistan

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Islamabad (dpa) - Selbstmordkommandos der Taliban haben in Pakistan erneut die Sicherheitskräfte ins Visier genommen: Fast 40 Menschen starben bei einer Serie von drei koordinierten Angriffen in Lahore und bei zwei Anschlägen im unruhigen Nordwesten des Landes.

Allein in der ostpakistanischen Metropole Lahore kamen nach Polizeiangaben 26 Menschen ums Leben, darunter zehn Angreifer. Die schwer bewaffneten Attentäter stürmten ein Büro der Bundesermittlungsbehörde und zwei Polizeiausbildungszentren. Zu der Terrorserie in Lahore bekannten sich die radikal-islamischen Taliban.

In Kohat in der Nordwest-Grenzprovinz rammte ein Selbstmordattentäter mit seinem Bombenauto eine Polizeiwache. Er riss mindestens zehn Menschen mit in den Tod. Nach Polizeiangaben wurden etwa 30 Menschen verletzt. In Provinzhauptstadt Peshawar kam ein Kind bei der Explosion einer Autobombe ums Leben. Kohat und Peshawar grenzen an die halbautonomen Stammesgebiete, die als Hochburg der Extremisten gelten.

Wie die Polizei in Lahore mitteilte, starben bei dem Angriff auf das regionale Hauptquartier der Kriminalpolizei FIA sechs Menschen. Der Angreifer wurde erschossen, bevor er seinen Sprengstoffgürtel zur Explosion bringen konnte. Bei Gefechten in einer Polizeischule habe es 13 Tote gegeben. Darunter seien vier Angreifer gewesen. In einem Trainingszentrum für Spezialkräfte wurden zwei Polizisten sowie fünf Extremisten getötet. Drei von ihnen hätten sich selbst in die Luft gesprengt. Die Sicherheitskräfte hätten alle angegriffenen Gebäude innerhalb weniger Stunden wieder unter ihre Kontrolle gebracht.

Ein Taliban-Sprecher sagte, der Angriff in Lahore sei von Kämpfern der Organisation «Tehrik-e-Taliban Punjab» ausgeführt worden, einer Regionalgruppe der pakistanischen Taliban-Bewegung. Lahore ist die Hauptstadt der Provinz Punjab. Die pakistanische Regierung plant derzeit in Süd-Waziristan eine neue Großoffensive gegen die Taliban. «Ich verspreche, wir werden alles Notwendige (gegen die Aufständischen) unternehmen», erklärte Innenminister Rehman Malik. In Süd-Waziristan war Anfang August der pakistanische Taliban-Chef Baitullah Mehsud bei einem US- Raketenangriff getötet worden. Die Taliban unter dessen Nachfolger Hakimullah Mehsud hatten daraufhin Rache geschworen. Bei einem neuen mutmaßlichen US-Luftangriff in Nord-Waziristan starben am Donnerstag nach einem Bericht des Senders Geo TV fünf Menschen.

In den vergangenen Tagen war Pakistan von mehreren blutigen Terrorangriffen erschüttert worden, denen insgesamt mehr als 120 Menschen zum Opfer fielen. Unter anderem hatten Aufständische am Wochenende das schwer bewachte Hauptquartier der Armee in der Garnisonsstadt Rawalpindi bei Islamabad attackiert und Dutzende Menschen in einem Gebäude festgehalten. Erst nach 22 Stunden beendeten Spezialeinheiten die Geiselnahme. Am Montag starben mehr als 40 Menschen bei einem Anschlag in der Nordwest-Grenzprovinz.

Auch Lahore, die zweitgrößte Stadt Pakistans, ist in diesem Jahr bereits zum Ziel mehrerer spektakulärer Anschläge geworden. Ende Mai wurden bei einem Selbstmordanschlag auf eine Polizeistation mehr als 20 Menschen getötet. Im März griffen Extremisten den Fahrzeugkonvoi der Kricket-Nationalmannschaft von Sri Lanka an. Dabei wurden sieben pakistanische Sicherheitsbeamte getötet. Wenige Wochen später attackierten Aufständische eine Polizeischule östlich von Lahore.

Konflikte / Pakistan
15.10.2009 · 18:11 Uhr
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