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Durchsuchungen in französischer Spendenaffäre

Immer weniger Franzosen stehen hinter ihrem Präsidenten.Großansicht
Paris (dpa) - Durchsuchungen und eine neue belastende Zeugenaussage heizen in Frankreich die Diskussion über einen möglichen Parteispendenskandal an. Das Vertrauen der Franzosen in Präsident Sarkozy ist auf ein Rekordtief gesunken. Am Montag will er sich erstmals äußern.

Die mutmaßliche Parteispendenaffäre um den französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy gewinnt weiter an Brisanz. Ermittler durchsuchten am Freitag Geschäftsräume der Multimilliardärin Liliane Bettencourt. Dazu tauchte eine neue Belastungszeugin auf. Am Montagabend will der Präsident im Fernsehen erstmals ausführlich Stellung nehmen. Zwei von drei Franzosen haben bereits kein Vertrauen mehr in ihn.

Zu möglichen Ergebnissen der Durchsuchungsaktion gab es am Freitag zunächst keine Angaben. Auch in Privaträumen eines Vermögensverwalters suchten Fahnder nach Beweisen für mögliche Geldschiebereien. Mittlerweile laufen mehrere Vorermittlungen gleichzeitig.

Die französische Staatsspitze wird seit Tagen von der Schwarzgeldaffäre um die 87-jährige L'Oréal-Erbin Bettencourt erschüttert. Sie und ihr verstorbener Mann stehen unter Verdacht, Spitzenpolitiker des konservativ-rechten Regierungsbündnisses jahrelang mit illegalen Spenden versorgt zu haben.

Bislang stützten sich die Vorwürfe vor allem auf entsprechende Aussagen der ehemaligen Buchhalterin Bettencourts, die bislang keine Beweise vorlegen konnte. Am Freitag wurde allerdings bekannt, dass es eine weitere Zeugin für die Anschuldigungen gibt. Eine andere ehemalige Angestellte der Bettencourts bestätige Geldgeschenke an Politiker, berichtete das Magazin «Nouvel Observateur» im Internet. Sarkozy und die Regierung weisen alle Beschuldigungen als falsch und haltlos zurück.

Nach einer aktuellen Umfrage sieht nicht einmal jeder dritte Wahlberechtigte den Staatschef in der Lage, die Probleme des Landes in den Griff zu bekommen. Wären schon jetzt wieder Präsidentschaftswahlen, würde Sarkozy gegen die Sozialistenchefin Martine Aubry verlieren, berichtete die Pariser Tageszeitung «Le Parisien» unter Berufung auf aktuelle Befragungsergebnisse zur 2012 bevorstehenden Abstimmung. Die Nichtwählerquote könnte im ersten Wahlgang auf 42 Prozent steigen.

Regierung / Gesellschaft / Affären / Frankreich
09.07.2010 · 19:12 Uhr
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