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Drogenkonsum junger Deutscher besorgniserregend

Am Weitesten verbreitet unter den illegalen Drogen ist Cannabis.Großansicht

Berlin (dpa) - Der Drogenkonsum von jungen Deutschen ist weiter besorgniserregend. Fast jeder Zehnte der 18- bis 39-Jährigen nahm im vergangenen Jahr mindestens einmal eine illegale Droge.

Das geht aus dem Jahresbericht der Deutschen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (DBDD) hervor, der am Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde.

Am weitesten verbreitet ist bei den 18- bis 39-Jährigen Cannabis. Mit 9,3 Prozent liegt der aktuele Wert um 0,1 Punkte höher als bei der letzten Erhebung 2006. «Die Verbreitung illegaler Drogen scheint aber insgesamt nicht zu steigen», sagte DBDD-Leiter Tim Pfeiffer- Gerschel. Rund vier Millionen Europäer konsumierten täglich oder fast täglich Cannabis, ergänzte der Chef der EU-Drogenbeobachtungsstelle (EBDD), Wolfgang Götz.

Im vergangenen Jahr griffen 9,9 Prozent der 18- bis 39-Jährigen in Deutschland zu illegalen Drogen. 2006 war der Wert um 0,3 Punkte niedriger. Von den 18- bis 64-Jährigen hat 2009 im Schnitt jeder Zwanzigste einmal zu einer illegalen Droge gegriffen.

In Deutschland kamen im vergangenen Jahr 1331 Menschen durch illegale Drogen ums Leben. Das ist ein Rückgang um acht Prozent im Vergleich zu 2008. Das Durchschnittsalter eines Drogentoten beträgt Pfeiffer-Gerschel zufolge 36 Jahre.

Der Drogen-Konsum laut Bericht ein Phänomen, das vor allem unter jungen Menschen verbreitet ist. 2009 nahmen im Schnitt 14 Prozent der unter 30-Jährigen Rauschmittel. Der Anteil bei den Älteren lag bei etwa 2 Prozent. «Die Konsumerfahrung bei Männern ist auf das Jahr gesehen fast doppelt so hoch wie bei Frauen», sagte Pfeiffer- Gerschel.

Die Bundesdrogenbeauftragte Mechthild Dyckmans forderte, insbesondere die Verbreitung neuer synthetischer Drogen aufmerksam zu beobachten. Sie warnte vor neuen Ecstasy-Tabletten, die mit hochriskanten Substanzen versetzt seien. «Die besondere Gefahr dieser Tabletten liegt in der verzögerten Wirkung dieser Wirkstoffe», sagte sie über die synthetischen Mittel. Dass immer wieder neue und gefährliche Drogen auf den Markt kämen, sei leider üblich, sagte Pfeiffer-Gerschel. Besonders riskante Rauschgifte würden verboten, aber anschließend oft durch neue Substanzen ersetzt.

Sucht / Drogen
11.11.2010 · 18:21 Uhr
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