News
 

Dreyer hält Integrationsdebatte für schädlich

Malu DreyerGroßansicht

Mainz (dpa) - Die Vorsitzende der Integrationsministerkonferenz der Länder, Malu Dreyer (SPD), hält die aktuelle Debatte um Zuwanderung für schädlich und verantwortungslos.

Wortführer wie der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) und der CDU-Bundestagsabgeordnete Philipp Mißfelder «halten sich nicht an Tatsachen, sondern bedienen Klischees und Ängste», sagte die rheinland-pfälzische Sozialministerin der Nachrichtenagentur dpa in Mainz. «Sie gehen nicht fair damit um, wie eigentlich der Stand der Integration in Deutschland ist.» Tatsächlich seien die Zuwanderer eine Bereicherung für das Land.

Seehofer hatte sich für eine Zuwanderungsbeschränkung von arabischen und türkischen Einwanderern ausgesprochen. Mißfelder hatte gesagt, Deutschland könne sich Zuwanderung in die sozialen Sicherungssysteme nicht leisten.

Nach Meinung von Dreyer geraten die Einwanderer damit in den «Globalverdacht, integrationsunwillig zu sein, den Staat zu schröpfen und nur nach Deutschland zu kommen, um abzukassieren». Das sei unfair und sachlich falsch, sagte die SPD-Politikerin.

Dreyer hatte kürzlich ihre einjährige Amtszeit als Vorsitzende der Integrationsministerkonferenz begonnen. Als ein Ziel ihrer Arbeit nannte sie eine leichtere Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse in Deutschland. Außerdem will sie sich für mehr Geld für Deutsch- und Integrationskurse einsetzen, um lange Wartezeiten zu vermeiden. Derzeit warteten 9000 Ausländer auf einen Platz in einem Integrationskurs.

Migration / Integration
18.10.2010 · 06:27 Uhr
[0 Kommentare]

Die aktuellen Schlagzeilen

 
 

 

News-Archiv

 
Diese Woche
Letzte Woche
Vorletzte Woche
Top News

Weitere Themen