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Dresdner Elbtal verliert Welterbe-Titel

Sevilla (dts) - Das Dresdner Elbtal hat nach der Unesco-Konferenz in Sevilla den Titel als Welterbe verloren. Wie die Unesco mitteilt, ist der Bau der Waldschlößchenbrücke über die Elbe der Grund für die Aberkennung. Nachdem die Gespräche in Sevilla am Morgen ergebnislos geblieben waren, hatten am Nachmittag neue Debatten begonnen. Deutschland ist damit nach dem Oman der zweite Staat weltweit, in dem ein Welterbegebiet gestrichen wurde. Seit 2006 stand das Elbtal auf der "Liste des gefährdeten Welterbes", nachdem es erst 2004 den Titel erhalten hatte. "Die Entscheidung kommt leider nicht völlig überraschend. Ich hätte mir sehr viel mehr Offenheit auf beiden Seiten für eine Veränderung der Brückenpläne gewünscht", so der Präsident der Deutschen Unesco-Kommission. Auch der Staatsminister für Europa bedauerte die Entscheidung. Er betonte, dass Dresden ein Einzelfall bleiben solle und zeigte sich überzeugt, dass Deutschland gute Chancen habe, auch in Zukunft mit seinen Anträgen für die Welterbeliste berücksichtigt zu werden. Unabhängige Gutachter hatten die vierspurige Brücke als gravierenden Eingriff in die Kulturlandschaft bewertet. Trotz der Mahnungen hatte die Stadt jedoch 2007 mit den Baumaßnahmen begonnen. Im letzten Jahr setzte die Unesco Dresden eine letzte Frist und empfahl, die Straße durch einen Tunnel statt über die geplante Brücke zu führen. Die Dresdner Oberbürgermeisterin hatte indessen für eine Aufschiebung der Entscheidung bis zur Fertigstellung der Brücke im nächsten Jahr geworben. Bei dem bis zum 30. Juni tagenden Komitee in Sevilla soll nun noch über den Antrag Deutschlands, das Wattenmeer zum Naturerbe zu ernennen, abgestimmt werden.
DEU / SAC / Unesco
25.06.2009 · 23:14 Uhr
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