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Drei Iraner nach Anschlag auf Moschee gehängt

Nach dem Anschlag: Blick ins Innere der Amir al-Momenin-Moschee.
Teheran (dpa) - Kurzer Prozess nach Anschlag auf Schiiten-Moschee im Iran: Zwei Tage nach dem Tod von mindestens 25 Gläubigen in der ostiranischen Stadt Zehedan wurden am Samstag in der Nähe der Moschee drei Männer öffentlich gehängt.

«Wir werden diejenigen töten, die unsere Brüder umgebracht haben», skandierten Trauergäste bei der Beisetzung der Opfer. Zwei weitere Tatverdächtige wurden nach Angaben der Nachrichtenagentur ISNA weiter vernommen. Derweil wies die US-Regierung Anschuldigungen zurück, sie stecke hinter dem Anschlag.

Bei der Bluttat waren am Donnerstag auch mehr als 150 Menschen verletzt worden. Zu dem Anschlag bekannte sich nach Angaben des arabischen Nachrichtensenders Al-Arabijja die sunnitische Organisation Jundullah, die eng in den Drogenschmuggel von Pakistan und Afghanistan in den Ostiran verstrickt ist. Der Anschlag habe sich gegen das Treffen der Basij-Gruppe gerichtet, die den Revolutionsgarden nahe steht und ihre Wahlkampfstrategie habe abstimmen wollen, erklärte ein Sprecher der Jundullah.

Die staatliche Nachrichtenagentur IRNA hatte am Freitag zudem berichtet, drei Bewaffnete hätten das Wahlkampfbüro des amtierenden Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad in Zehedan angegriffen. Bei der Attacke seien drei Anhänger Ahmadinedschads verletzt worden, hieß es. Im Iran wird in zwei Wochen der Präsident neu gewählt. Dabei werden Ex-Ministerpräsident Mir Hussein Mussawi noch die größten Chancen unter den insgesamt vier Herausforderern eingeräumt, Amtsinhaber Ahmadinedschad zu schlagen. IRNA unterstützt Ahmadinedschad im Wahlkampf.

Die am Samstag nach kurzer Verhandlung Gehängten sollen nach Angaben aus lokalen Justizkreisen gestanden haben, den Sprengstoff für den Moschee-Anschlag aus dem benachbarten Ausland ins Land geschmuggelt zu haben. Lokale Politiker und Prediger hatten am Freitag erklärt, die USA steckten hinter der Bluttat. Ein Sprecher des Außenministeriums in Washington erklärte dagegen: «Die USA verurteilen streng alle Formen des Terrorismus». In der Gegend um Zahedan, Hauptstadt der Provinz Sistan-Belutschistan, ist es bereits häufiger zu Zusammenstößen von iranischen Sicherheitskräften mit Bewaffneten gekommen.

Konflikte / Iran
30.05.2009 · 13:23 Uhr
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