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Dramatische Fluten in Brandenburg

Neiße-HochwasserGroßansicht

Elsterwerda/Görlitz (dpa) - Nach den schweren Fluten im Sommer ist der Süden Brandenburgs am Mittwoch erneut von einem dramatischen Hochwasser heimgesucht worden. In der Innenstadt von Elsterwerda mussten rund 2500 Menschen ihre Wohnungen räumen und vor den Fluten fliehen.

Im nahe gelegenen Bad Liebenwerda mussten die Einwohner noch die ganze Nacht bangen, ob die Deiche halten. Dagegen konnte im sächsischen Landkreis Görlitz der Katastrophenalarm aufgehoben werden.

In der Kleinstadt Elsterwerda galt am Abend die höchste Alarmstufe 4. Das Wasser in dem sonst unscheinbaren Fluss war auf rund 3,50 Meter Höhe angeschwollen, normal ist die Hälfte. Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) bezeichnete das Hochwasser in der Lausitz als das bislang schlimmste des Jahres. «Die Situation bereitet mir Sorgen», bemerkte er. Mit Blick auf die Schwarze Elster sprach von «historisch höchsten Wasserständen», die je gemessen wurden.

In der Innenstadt von Elsterwerda verließen die meisten der 2500 Betroffenen ihre Wohnungen, berichtete eine Polizeisprecherin. Für 500 Menschen stünden Notunterkünfte bereit. Etliche Einwohner kamen nach ihren Angaben bei Verwandten und Bekannten unter, andere zogen in höhere Stockwerke um. «Die Maschinerie läuft», sagte Bürgermeister Dieter Herrchen (parteilos). Rund 150 Patienten des örtlichen Krankenhauses wurden mit Hubschraubern und Blaulicht in die Kliniken in Finsterwalde und Herzberg gebracht.

Auch das Zentrum der Stadt Bad Liebenwerda war vom Hochwasser bedroht. Der Wasserstand übertraf den Wert der Stufe 4 um mehr als 30 Zentimeter und lag zuletzt bei der Marke 3,51 Meter. Etwa 250 Rettungskräfte waren im Einsatz. Mit einer Evakuierung war jedoch nach Auskunft des Katastrophenstabes zunächst nicht zu rechnen. «Daumendrücken ist jetzt angesagt», sagte Bürgermeister Thomas Richter (CDU) der Nachrichtenagentur dpa am Mittwoch. Noch hielten die Deiche. Im Falle des Falles wären etwa 1000 Menschen in der Innenstadt betroffen.

Die wegen Hochwassers gesperrte Autobahn A 13 Dresden-Berlin konnte am Mittwochmittag in Richtung Berlin wieder für den Verkehr freigegeben werden. Nach Angaben des Innenministeriums waren mehr als 800 Helfer im Einsatz, rund 150 000 Sandsäcke wurden in die Hochwassergebiete gebracht. Am Mittwochabend sollte eine Baustelle an der Talsperre Spremberg geräumt sein. Dann könnten etwa 50 Kubikmeter Wasser pro Sekunde aus dem Stausee kontrolliert in Richtung Cottbus und Spreewald abgelassen werden.

Für den nördlichen Teil des erneut stark betroffenen Landkreises Görlitz in Sachsen wurde am Vormittag der Katastrophenalarm aufgehoben, teilte der Einsatzstab in Niesky mit. Im südlichen Teil hatte sich die Lage bereits am Vortag entspannt. Im ebenfalls stark betroffenen Landkreis Meißen blieb der Alarm vorsichtshalber weiter bestehen. In Bad Muskau lief erneut Wasser in den Fürst-Pückler-Park. Das Unesco-Weltkulturerbe war erst Anfang August teilweise überflutet worden. Die Folgen des neuen Hochwassers seien aber bei weitem nicht so schlimm wie vor sieben Wochen, so die Behörden.

Auch im Südwesten Polens herrschte weiterhin Hochwasseralarm. Angespannt sei die Lage vor allem im niederschlesischen Landkreis Zgorzelec (Görlitz) an der Grenze zu Deutschland, meldete die polnische Nachrichtenagentur PAP unter Berufung auf den Krisenstab in Breslau. In der Region wurden danach 250 Bauernhöfe sowie mehrere Straßen und viele Äcker unterspült. «Zur Zeit hat sich die Lage stabilisiert, die Pegel der Flüsse gehen zurück», sagte ein Sprecher des Krisenzentrums in Zgorzelec.

In Tschechien war die Hochwassergefahr weitgehend gebannt. Lediglich am Elbe-Nebenfluss Ploucnice (Polzen) galt auch am Abend noch die höchste Alarmstufe. In den anderen Regionen Nord- und Mittelböhmens gingen die Hochwasserpegel bereits während des Tages zurück, wie die Nachrichtenagentur CTK und örtliche Medien am Abend meldeten.

Hochwassermeldezentrum Brandenburg

Landeshochwasserzentrum Sachsen

Hochwasser / Wetter
29.09.2010 · 20:32 Uhr
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