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Drama am Himmel: Pilot tot, Jet sicher gelandet

Passagiere am Flughafen Newark bei New York. Dort landete der Co-Pilot die Maschine sicher.
New York (dpa) - Horror à la Hollywood: Der Kapitän eines Passagierflugzeuges mit 247 Menschen an Bord ist auf dem Weg von Brüssel nach New York im Cockpit zusammengebrochen und gestorben. Doch anders als im Kino verlief bei der Tragödie über den Wolken nach alles «nach Plan» und undramatisch.

Der Co-Pilot und ein dritter Pilot, der auf längeren Flügen wie der Transatlantik-Strecke von Europa nach Nordamerika vorgeschrieben ist, übernahmen die Kontrolle über die Maschine der Continental Airlines und setzten die Boeing 777 um 11.49 Uhr (Ortszeit) in New York-Newark sicher auf die Landebahn.

«Der Flug konnte gefahrlos mit zwei Piloten an den Schalthebeln fortgesetzt werden», erklärte Continental-Sprecherin Julie King. Am Ende landete Continental Flug 61 sicher und fast zur vorgesehenen Zeit am Zielflughafen Newark Liberty International. Dort warteten Feuerwehrzüge und Rettungswagen, um sofort eingreifen zu können. Wie ein Lauffeuer machte bald darauf die Nachricht vom Tod des Kapitäns die Runde. Die Flugbegleiter waren CNN-Angaben zufolge zum Stillschweigen verpflichtet, um Panik unter den Passagieren zu vermeiden.

Laut King war der Kapitän «während des Fluges offensichtlich eines natürlichen Todes gestorben». Ein Arzt, der sich zufällig an Bord befand, bestätigte nach Angaben von Arlene Salac, einer Sprecherin der amerikanischen Luftfahrtbehörde FAA, den Tod. Der Kapitän war nach mehrfach korrigierten Angaben der Fluggesellschaft 60 Jahre alt und 32 Jahre für Continental geflogen. Sein Heimatflughafen war in Newark (US-Bundesstaat New Jersey), wenige Autominuten von Manhattan entfernt. Seine Familie wurde noch vor Ankunft der Maschine benachrichtigt.

Continental Flug 61 war am Donnerstagmorgen um 9.54 Uhr MESZ in Brüssel gestartet. Knapp sechseinhalb Stunden später, um 16.30 Uhr MESZ, wurde die Flugsicherung aus dem Cockpit über die veränderte Lage an Bord aufgeklärt, berichtete die «New York Times». Zu dieser Zeit befand sich die Maschine noch über dem Atlantik, erst eine halbe Stunde später erreichte sie den Luftraum über Kanada und setzte ihren Flug wie geplant über Neufundland fort.

Todesfälle im Cockpit von Verkehrsflugzeugen während einer Reise sind selten. In diesem Jahr gab es in den USA einen besonders spektakulären Fall. Im April war der Kapitän einer zweimotorigen Propellermaschine auf dem Weg von Marco Island (Florida) nach Jackson (Mississippi) gestorben. Daraufhin übernahm einer der fünf Passagiere, der Erfahrung mit einmotorigen Sportfliegern hatte, das führerlose Flugzeug und brachte es nach Anweisung der Flugkontrolle sicher auf den Boden.

Im Februar 2008 war ein Flug der British Airways von Manchester nach Zypern nach Istanbul umgeleitet worden, weil der Co-Pilot gestorben war. Keiner der 156 Passagiere wurde verletzt. Ebenso glimpflich endete ein Continental-Flug im Januar 2007 von Houston nach Puerto Vallarta (Mexiko), bei dem der Kapitän der mit 210 Menschen besetzten Maschine kurz nach dem Start starb.

Luftverkehr / Notfälle / USA
18.06.2009 · 22:50 Uhr
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