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dpa-Interview: Rettung ist weitere Extrembelastung

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Mainz (dpa) - Für ihre Rettung müssen die eingeschlossenen Bergleute in Chile in die schmale Rettungskapsel «Phönix» klettern. Was kommt bei der Fahrt nach oben psychisch auf die ohnehin schon angeschlagenen Kumpel zu?

Der Psychologe Helmut Nold ist Experte bei der Berufsgenossenschaft Rohstoffe und Chemische Industrie in Mainz.

Wie wird die Rettungsaktion am besten organisiert?

Nold: «Die Fahrt in der engen Kapsel ist eine weitere Extremsituation für die Eingeschlossenen. Zuerst werden wohl die psychisch Robusten auf den Weg geschickt, die gehen quasi vorneweg. Letzter ist vermutlich einer der Retter, der zuvor durch den Schacht nach unten geschleust wurde. Es kann aber auch sein, dass der bisherige Anführer der Eingeschlossenen sagt: "Ich möchte als Letzter gehen", dann ist das auch denkbar.»

Kann man sich auf so etwas vorbereiten?

Nold: «Bergleute sind üblicherweise darauf trainiert, es auch in so engen Räumen wie in einem Rettungskorb auszuhalten. Mit mentalem Training und Entspannungsübungen können sie etwa eine aufkeimende Panik unterdrücken. Oben angekommen herrscht dann sicherlich erst einmal Euphorie pur.»

Können Psychologen, die Bergleute betreuen, von so einem Unglück lernen?

Nold: «Für Wissenschaftler sind die Geschehnisse hochinteressant - etwa für die Entwicklung neuer Trainingsmethoden. Wir profitieren immer noch von Erfahrungen, die man bei dem Unglück von Lengede 1963 gemacht hat. Spannend ist nun etwa eine Analyse, wie die Kumpel die schlimme ungewisse Phase direkt nach dem Unglück so gut überstehen konnten.»

Notfälle / Chile
13.10.2010 · 06:43 Uhr
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