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dpa-Gespräch: Wirtschaftskrise schweißt Euro-Staaten zusammen

Frankfurt/Basel (dpa) - Trotz der ständigen Konflikte wird die Wirtschaftskrise die Euro-Staaten aus Sicht des Zukunftsforschers Kai Gramke zusammenschweißen. «Der Euro ist gesichert», sagte der Volkswirt und Politikwissenschaftler.

Aber die steigenden Staatsschulden werde die Länder in Europa noch lange beschäftigen. «Europa wird mit einem blauen Auge davonkommen», so der Forscher. Als Mitarbeiter der Schweizer Prognos AG entwirft er Szenarien für die Zukunft von Wirtschaft und Arbeit. Die Entwicklung in Europa sieht er insgesamt positiv. Allerdings werde es zunehmend einen Unterschied zwischen den Euro-Staaten als Kerneuropa und dem Rest geben.

«Durch die Krise werden wir uns einigermaßen durchlavieren», prognostizierte er. Einen langfristigen Plan der Länder werde es nicht geben, und es werde erst spät auf aktuelle Probleme reagiert werden. «Aber die Lösungen liegen in der Gemeinschaft.» Und das lasse die Staaten näher zusammenrücken.

In den nächsten zehn Jahren werden sich die Staaten in Kern-Europa zudem mit ähnlichen Problem konfrontiert sehen: Die Gesellschaften werden immer älter und gleichzeitig gewinnen wissensbasierte Tätigkeiten, wie Forschung und Lehre, zunehmend Bedeutung. Bisher werde darauf aber nicht angemessen reagiert. «In Deutschland werden vier Millionen Arbeitskräfte fehlen», zeichnete Gramke ein Szenario für das Jahr 2020. Die Lösung für das Problem bestehe in längeren Arbeitszeiten und mehr Zuwanderung.

EU / Finanzen
29.01.2012 · 21:34 Uhr
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