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dpa-Gespräch: Gurken-Sturz würde EHEC nicht erklären

Berlin (dpa) - Der größte bislang registrierte EHEC-Ausbruch in Deutschland - ausgelöst durch Gurken, die beim Transport auf den Boden fielen? Beim Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hält man diese Vermutung eines spanischen Erzeugers für unwahrscheinlich.

Zwar sei eine Verunreinigung nicht auszuschließen, wenn die Ware auf den Boden gefallen sei, sagte Niels Bandick, BfR-Experte für Lebensmittelhygiene, am Freitag der Nachrichtenagentur dpa. «Es erklärt aber noch nicht, wie es zu einem Ausbruch in diesem Umfang dann gekommen ist.»

Einer der beiden spanischen Landwirte, von deren Betrieben mit EHEC-Bakterien verunreinigte Salatgurken stammen sollen, hatte behauptet, dass eine Palette beim Transport zum Hamburger Großmarkt umgefallen sei. Dabei seien die Gurken wohl in den Kontakt mit den Keimen gekommen, so die Vermutung des Erzeugers - und nicht schon auf seinem Hof.

Was tatsächlich passiert ist, lasse sich aus der Ferne zwar nur schwer einschätzen, sagte der BfR-Experte. Aber: «Man kann sich kaum vorstellen, dass eine Palette komplett umkippt, sämtliche Kisten sich ergießen und anschließend diese Kisten wieder bepackt werden und zurück auf die Palette gelegt werden.» Normalerweise werde solche Ware entweder gereinigt oder entsorgt.

«Gurken werden in Kisten transportiert und unterschiedlich vermarktet, entweder in Folie eingeschweißt oder als sogenannte nackte Gurke vertrieben.» Im Hamburger Fall sollen es nackte Gurken aus Spanien gewesen sein.

Mit Blick auf den Gemüseumschlag im Großmarkt stellte der BfR-Experte klar: «Unter normalen Umständen hat die Ware keinen Kontakt zum Boden.» Das werde auch überwacht und kontrolliert. «Die Ware hat grundsätzlich auf Paletten zu liegen und die Paletten dürfen auch nicht für andere Zwecke genutzt werden.»

Einzige Möglichkeit bei Verunreinigungen sei noch, dass manches Gemüse gereinigt werde, indem man es abwäscht, erklärte Bandick. Auf einem Großmarkt sei das aber nicht so wahrscheinlich. «Dort wird die Ware vermutlich eher entsorgt werden, wenn sie verschmutzt ist.» Sonst würde gegen die Hygiene-Grundsätze verstoßen.

Gesundheit / Infektionen
27.05.2011 · 13:50 Uhr
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