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Dow Jones trotz Schuldenkompromiss knapp im Minus

Frankfurt/Main (dpa) - Schwache US-Konjunkturindikatoren haben am Montag die erhoffte Erholung am US-Aktienmarkt ausgebremst.

Nach der sich abzeichnenden Einigung über eine Anhebung der Schuldengrenze waren die Indizes zwar fest in den Handel gestartet, ein schwacher ISM-Index ließ die Kurse jedoch schnell ins Minus drehen. Der Dow Jones testete im Tagesverlauf die Marke von 12 000 Punkten, konnte sich dann aber wieder davon erholen und schloss um moderate 0,09 Prozent tiefer bei 12 132,49 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 verlor 0,41 Prozent auf 1286,94 Punkte. An der Technologiebörse Nasdaq gab der Composite-Index um 0,43 Prozent auf 2744,61 Punkte nach. Der Auswahlindex Nasdaq 100 sank um 0,37 Prozent auf 2354,05 Punkte.

In den USA hatte sich die Stimmung der Einkaufsmanager in der Industrie überraschend stark eingetrübt. Der ISM-Index war im Juli deutlicher als von Volkswirten erwartet gefallen und liegt nun mit 50,9 Punkten nur noch knapp über der eine Belebung signalisierenden Marke von 50 Punkten. Börsianer äußerten deshalb ihre Zweifel an der Entwicklung der Weltwirtschaft. Zudem sorgten sich Experten weiterhin um das Kreditrating der USA, auch wenn eine Zahlungsunfähigkeit in letzter Sekunde wohl doch noch verhindert werden kann. Eine entscheidende Abstimmung über die angehobene Schuldengrenze und begleitende Sparmaßnahmen steht derweil aber in beiden Kammern des US-Kongresses noch aus.

Auf Unternehmensseite blieb die zuletzt von der Berichtssaison geprägte Nachrichtenlage am Montag vergleichsweise ruhig. Gemeinsam mit dem Marktumfeld brachen Finanzwerte ihren frühen Erholungsversuch zum Teil schnell wieder ab. Aktien von JPMorgan etwa gaben am Ende 0,02 Prozent auf 40,44 US-Dollar nach. Titel der Bank of America reduzierten ihre frühen Gewinne deutlich, konnten sich jedoch mit 1,03 Prozent im Plus behaupten.

Schwäche zeigten auch Aktien aus dem Gesundheitssektor. Um fast 30 Prozent sackten etwa die Papiere des Klinikbetreibers Kindred Healthcare auf 13,32 Dollar ab, was am Markt mit einer in den USA beschlossenen Kürzung von Zahlungen der Krankenkasse Medicare begründet wurde. Auch der Pharmasektor kam unter Druck. Merck & Co fielen als schwächster Wert im Dow Jones um 2,02 Prozent auf 33,44 Dollar und Pfizer-Titel gaben um 1,14 Prozent auf 19,02 Dollar nach.

Papiere von Allstate legten dagegen um 2,24 Prozent auf 28,34 Dollar zu, obwohl hohe Katastrophenschäden dem Versicherer im zweiten Quartal das Ergebnis verhagelt hatten. Trotz steigender Umsätze war ein Verlust angefallen, den Analysten aber im Schnitt noch höher erwartet hatten.

Ferner waren Aktien von Ford nach einem Bericht des Anlegermagazins «Barron's» gefragt. Im Falle eines besseren Kreditratings und steigender Absätze in China und Indien sieht das Magazin ein 25-prozentiges Kurspotenzial bei den Titeln des Autobauers, die daraufhin um 1,15 Prozent auf 12,35 Dollar anzogen.

Der schwache ISM-Index setzte den Euro am Montag unter Druck. Experten erklärten dies mit einer zunehmenden Risikoabneigung der Anleger. Die Gemeinschaftswährung wurde in New York bei 1,4244 Dollar gehandelt. Längerfristige US-Anleihen wurden dagegen davon beflügelt. Zehnjährige Staatsanleihen stiegen um 13/32 Punkte auf 103 5/32 Punkte und rentierten mit 2,752 Prozent.

Börsen / USA
01.08.2011 · 22:56 Uhr
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