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Dokumentation: Pressestimmen zur Profiling-Debatte

Berlin (dpa) - Eine ganze Reihe von Zeitungen beschäftigt sich heute mit der Debatte um die Einteilung von Passagieren in Risikogruppen. Eine Auswahl:

«General-Anzeiger» (Bonn) zu Profiling

Israel ist in einer Sondersituation. Der Staat wird ständig bedroht. Iran will sogar seine Vernichtung. Kontrollen auf israelischen Flughäfen sind da naturgemäß genauer, langwieriger und auch nerviger. Und: Israel ist kein Drehkreuz für den Luftverkehr wie Deutschland. Dies spielt logistisch eine gewaltige Rolle, wollte man die vielen Millionen Fluggäste auf deutschen Flughäfen unter die Profiler-Lupe nehmen. Man darf getrost die Kirche im Dorf und die Hysterie außen vor lassen

«Kieler Nachrichten» zu Profiling

Der Aufschrei ist programmiert, der spätestens nach Bekanntgabe der Klasseneinteilung, auf die ein derartiges System angewiesen wäre, durch Deutschland gehen würde. Gehören alle Araber zur höchsten Risikogruppe? Oder nur die Unter-50-Jährigen? Was ist mit Afrikanern? Sind Studenten aus Islamabad per se verdächtig? Diese Fragen müssten Sicherheitsexperten beantworten. Der Einwand der Linken, dass so rassistischen und muslimfeindlichen Vorurteilen Vorschub geleistet werden würde, ist diesmal mehr als berechtigt.

«Leipziger Volkszeitung» zu Flugsicherheit/Kontrollen

?Dumm nur, wenn die Terroristen nicht so aussehen, wie sich das die Flughafenbetreiber vorstellen. Wenn sie nicht im Bin-Laden-Outfit daherkommen, sondern als ältere Geschäftsmänner mit europäischen Wurzeln. Wenn sie Frauen sind oder eine Uniform tragen. Das geplante Profiling ist nicht nur diskriminierend, es birgt auch die Gefahr, dass es Kontrollen für Terroristen berechenbar macht. Absolute Sicherheit im Flugverkehr wird es niemals geben. Aber ein Geflecht aus verschiedenen, miteinander verzahnten Maßnahmen ist allemal effektiver als ein einseitiges Profiling.?

«Ludwigsburger Kreiszeitung» zu Profiling

Es kommt darauf an, wie diese Idee umgesetzt wird. Geschieht das automatisiert anhand etwa der Herkunft oder der (islamischen) Religionszugehörigkeit, ist sie diskriminierend. Dann zerstört sie einen Teil unserer westlichen Lebensweise, die sie zu schützen vorgibt. Ähnliches gilt, wenn bloß nach Äußerlichkeiten vorgegangen wird. Das wäre auch noch dumm, denn die Terroristen wissen längst, wie man sich tarnt. Die New Yorker Todesflieger wären auch als junge Geschäftsleute durchgegangen.

Innere Sicherheit / Terrorismus / Flughäfen
29.12.2010 · 08:02 Uhr
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