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Dokumentation: Merkels Ansprache in Buchenwald

Weimar (dpa) - Im Anschluss an den Besuch des ehemaligen Konzentrationslagers Buchenwald sagte Kanzlerin Angela Merkel (CDU), es sei Teil der deutschen Staatsräson, die Erinnerung an die Schoah wachzuhalten.

Es gelte aber auch, im Gedächtnis zu bewahren, dass große Opfer erbracht worden seien, um Deutschland vom Nationalsozialismus zu befreien. Die Deutsche Presse-Agentur dpa dokumentiert Auszüge aus Merkels Ansprache im Wortlaut:

(...) «Zu Beginn unseres gemeinsamen Besuchs der Gedenkstätte Buchenwald haben der amerikanische Präsident und ich vor dem Denkmal für alle Opfer gestanden. Wenn man eine Hand auf dieses Denkmal legt, spürt man, dass es erwärmt ist. Erwärmt auf 37 Grad. Das ist die Temperatur eines Menschen, wenn er lebt. Hier aber war kein Ort des Lebens. Hier war ein Ort des Todes, Unfassbarkeit, Entsetzen. (...) Ich verneige mich vor allen Opfern. Für uns Deutsche bleibt die quälende Frage nach dem Warum. Warum konnte so etwas geschehen? Warum konnte so etwas von Deutschland über Europa und die Welt gebracht werden? Uns Deutschen bleibt deshalb der unbedingte Wille, alles zu tun, dass so etwas nie wieder geschieht. (...)

Für mich sind am heutigen Tag deshalb drei Botschaften wichtig. Zunächst möchte ich betonen: Wir Deutschen verstehen es als Teil unserer Staatsräson, die immer währende Erinnerung an den Zivilisationsbruch durch die Schoah wachzuhalten. Nur so können wir unsere Zukunft gestalten. (...) Zweitens ist es sehr wichtig, die Erinnerung daran wachzuhalten, welch große Opfer erbracht werden mussten, um den Terror des Nationalsozialismus zu beenden und seine Opfer und alle Menschen von ihm zu befreien. Deshalb danke ich dem Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, Barack Obama, ausdrücklich dafür, dass er gerade diese Gedenkstätte besucht. (...)

Drittens möchte ich hier in Buchenwald die Verpflichtung herausstellen, die für uns Deutsche aus unserer Vergangenheit erwächst. Wir treten ein für Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie. Wir gehen gegen Terror, Extremismus und Antisemitismus vor. Im Bewusstsein dieser Verantwortung setzen wir uns für Frieden und Freiheit ein. Gemeinsam mit den Vereinigten Staaten von Amerika und unsern Partnern, Freunden und Verbündeten. (...)»

International / Deutschland / USA
05.06.2009 · 17:34 Uhr
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