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Dokumentation: Begründung für den Friedensnobelpreis

Oslo (dpa) - Das Nobelkomitee in Oslo hat den Friedensnobelpreis zum ersten Mal seit dem Beginn 1901 an drei Frauen zugleich vergeben. In der am Freitag veröffentlichten Begründung für die Vergabe nach Liberia und in den Jemen hieß es (dpa-Übersetzung):

«Das norwegische Nobelkomitee hat entschieden, dass der Friedensnobelpreis 2011 zu drei gleichen Teilen vergeben wird an Ellen Johnson-Sirleaf, Leymah Gbowee und Tawakkul Karman für ihren gewaltfreien Kampf für die Sicherheit von Frauen und für das Recht der Frauen auf volle Beteiligung an friedensbildender Arbeit. Wir können Demokratie und dauerhaften Frieden auf der Welt nicht erreichen, wenn Frauen nicht dieselben Möglichkeiten wie Männer zur Beeinflussung von Entwicklungen auf allen Ebenen der Gesellschaft bekommen.

Im Oktober 2000 hat der UN-Sicherheitsrat die Resolution 1325 verabschiedet. Diese Resolution hat die Gewalt gegen Frauen bei bewaffneten Konflikten zum ersten Mal zu einer Sicherheitsfrage erklärt. Sie unterstreicht den Notwendigkeit, dass Frauen in gleicher Weise wie Männer an Friedensprozessen und an Friedensarbeit generell beteiligt werden.

Ellen Johnson-Sirleaf ist die erste demokratisch gewählte Präsidentin in Afrika. Seit ihrer Amtseinsetzung 2006 hat sie zur Sicherung des Friedens sowie zur Förderung von wirtschaftlicher und sozialer Entwicklung sowie zur Stärkung der Rolle von Frauen in Liberia beigetragen.

Leymah Gbowee hat Frauen über ethnische und religiöse Grenzen hinweg zusammengebracht für die Beendigung des langwierigen Bürgerkrieges und eine Beteiligung von Frauen an Wahlen in Liberia. Sie hat seitdem daran mitgearbeitet, den Einfluss von Frauen im westlichen Afrika im und nach dem Krieg zu stärken.

Unter extrem schwierigen Bedingungen hat Tawwakul Karman sowohl vor als auch während des 'Arabischen Frühlings' eine führende Rolle beim Kampf für die Rechte von Frauen sowie für Demokratie und Frieden im Jemen gespielt.

Es ist die Hoffnung des norwegischen Nobelkomitees, dass der Preis an Ellen Johnson-Sirleaf, Leymah Gbowee und Tawakkul Karman dabei mithilft, die Unterdrückung von Frauen zu beenden, die es weiter in vielen Ländern gibt, und das große Potenzial für Frieden und Demokatrie zu erkennen, das Frauen repräsentieren können.»

Nobelpreise / International
07.10.2011 · 21:43 Uhr
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