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Dokumentation: Auszüge aus Obamas Rede in Afghanistan

Kabul (dpa) - US-Präsident Barack Obama hat sich am Donnerstag von Afghanistan aus an die Nation gewendet. dpa dokumentiert Kernsätze (Quelle: Weißes Haus).

Zur Begründung des Afghanistankrieges:

«Es war hier, in Afghanistan, wo Osama bin Laden einen sicheren Hafen für seine Terrororganisation geschaffen hat. (...) Und deshalb sind die USA und unsere Verbündeten vor 10 Jahren in den Krieg gezogen, um sicherzustellen, dass Al-Kaida nie wieder dieses Land nutzen kann, um uns anzugreifen. Trotz anfänglicher Erfolge hat dieser Krieg aus verschiedenen Gründen länger gedauert, als die meisten erwarteten.»

Zum Stand des Kampfes gegen Al-Kaida:

«Doch in den vergangenen drei Jahren hat sich die Seite gewendet. Wir haben den Elan der Taliban gebrochen. (...) Und vor einem Jahr haben unsere Truppen von einem Stützpunkt hier in Afghanistan aus den Einsatz begonnen, bei dem Osama bin Laden getötet wurde. Das von mir gesetzt Ziel - die Al-Kaida zu schlagen und ihr keine Chance zur Erneuerung zu geben - ist jetzt in Reichweite. Doch immer noch haben wir Schwierigkeiten vor uns.»

Zum Fortgang des US-Einsatzes in Afghanistan:

«Wir haben begonnen, den Afghanen die Verantwortung für die Sicherheit zu übergeben. (...) Diesen Monat wird unser Bündnis bei einem Nato-Gipfel in Chicago das Ziel setzen, dass die afghanischen Kräfte im kommenden Jahr die Führung bei Kampfeinsätzen überall im Land haben. Internationale Truppen werden die Afghanen weiter trainieren, beraten und unterstützen und an ihrer Seite kämpfen, wenn es sein muss. Aber wir werden in eine Unterstützerrolle wechseln, während die Afghanen nach vorn treten. Während wir das tun, werden unsere Truppen heim kommen. (...) Und wie unsere Koalition vereinbart hat, werden die Afghanen bis Ende 2014 voll verantwortlich für die Sicherheit ihres Landes sein.»

Zum Partnerschaftsvertrag mit Afghanistan:

«Wir bauen eine dauerhafte Partnerschaft. (...) Aber wir werden weder ständige Stützpunkte in diesem Land haben, noch werden wir in Städten und Bergen patrouillieren. Das wird die Aufgabe des afghanischen Volkes sein.»

Zum Verhältnis zu den Taliban:

«Wir streben einen Verhandlungsfrieden an. Meine Regierung hatte in Abstimmung mit der afghanischen Regierung direkte Gespräche mit den Taliban. Wir haben klar gemacht, dass sie Teil dieser Zukunft sein können, wenn sie mit Al-Kaida brechen, der Gewalt abschwören und die afghanische Gesetze achten. Viele Mitglieder der Taliban - von Fußsoldaten bis zu Anführern - haben ein Interesse an Versöhnung bekundet. Der Weg zum Frieden liegt jetzt vor ihnen.»

Zum Ziel der US-Politik am Hindukusch:

«Unser Ziel ist es nicht, ein Land nach dem Vorbild Amerikas zu bauen oder den letzten Rest der Taliban auszuradieren. Diese Ziele würden viele Jahre, viel mehr Dollar und - das ist am wichtigsten - viel mehr Amerikanern das Leben kosten. Unser Ziel ist es, Al-Kaida zu zerstören, und wir sind auf dem Weg, genau das zu tun. (...) Ich erkenne an, dass viele Amerikaner des Krieges müde sind. (...) Doch wir müssen diese Aufgabe, die wir in Afghanistan begonnen haben, zu Ende führen und diesen Krieg verantwortungsvoll beenden.»

Konflikte / Afghanistan / USA
02.05.2012 · 21:17 Uhr
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