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Dokumentation: Auszüge aus der Obama-Rede

Rede an die muslimische WeltGroßansicht
Kairo (dpa) - US-Präsident Barack Obama hat am Donnerstag in der Kairo-Universität seine mit Spannung erwartete Rede an die islamische Welt gehalten. Dabei sagte er nach einer dpa-Übersetzung unter anderem:

«Wir kommen zu einer Zeit zusammen, die geprägt ist von Spannungen zwischen den USA und den Muslimen in aller Welt. (...) Gewalttätige Extremisten haben diese Spannungen benutzt, um eine Minderheit der Muslime zu beeinflussen, die klein aber mächtig ist. Die Anschläge vom 11. September 2001 und die weiteren Versuche dieser Extremisten, Gewalt gegen Zivilisten zu richten, haben bei vielen Amerikanern den falschen Eindruck erweckt, dass die islamische Welt unvermeidbar feindselig zum Westen und zu den Menschenrechten überhaupt steht. (...)

Ich bin hierher gekommen, um einen Neuanfang zwischen den Vereinigten Staaten und den Muslimen in aller Welt zu suchen, der auf gegenseitigen Interessen und gegenseitigem Respekt basiert. (...) der darauf aufbaut, dass Amerika und der Islam sich nicht ausschließen, und nicht in Konkurrenz zueinander stehen. (...) Sie haben wichtige Prinzipien gemeinsam: Gerechtigkeit und Fortschritt, Toleranz und die Würde des Menschen. (...)

Ich halte es für eine meiner Pflichten als Präsident der Vereinigten Staaten, negative Klischeevorstellungen über den Islam zu bekämpfen, wo auch immer sie mir begegnen mögen. Doch das gleiche Prinzip muss auch für die muslimischen Vorstellungen von Amerika gelten. Genauso wie die Muslime, die nicht in dieses grobgezeichnete Klischee hineinpassen, so passt auch Amerika nicht in diese Schablone eines selbstsüchtigen Imperiums. (...)

Wir wollen unsere Truppen nicht länger in Afghanistan lassen. Wir wollen dort (langfristig) keine Militärstützpunkte haben. Es ist schmerzhaft für Amerika, unsere jungen Männer und Frauen dort zu verlieren. (...)

Der heilige Koran lehrt, dass derjenige, der einen Unschuldigen tötet, die ganze Menschheit tötet, und dass es, wenn jemand einen Menschen rettet, so ist, als habe er die ganze Menschheit gerettet. Der tiefe Glaube von mehr als einer Milliarde Menschen ist um vieles größer als der engstirnige Hass einer kleinen Gruppe. Der Islam ist nicht Teil des Problems, wenn es um die Bekämpfung des gewalttätigen Extremismus geht, sondern ein wichtiger Teil zur Förderung des Friedens. (...)

Im Gegensatz zu Afghanistan war der Irak-(Krieg) eine Entscheidungssache, und er hat in meinem Land und in der Welt große Meinungsverschiedenheiten ausgelöst. Obwohl ich glaube, dass die Iraker ohne die Tyrannei von Saddam Hussein letztlich besser dran sind, so glaube ich auch, dass die Ereignisse im Irak Amerika daran erinnert haben, dass wir Diplomatie und einen internationalen Konsens zur Lösung unserer Probleme nutzen sollten, sofern dies möglich ist. (...)

Amerikas enge Bindung an Israel ist wohlbekannt. Diese Bindung ist unverbrüchlich. (...) Auf der anderen Seite ist es auch unbestritten, dass das palästinensische Volk - Muslime und Christen - auf der Suche nach einer Heimstätte gelitten haben. (...) Sie müssen täglich die kleinen und großen Erniedrigungen ertragen, die eine Besatzung mit sich bringt. (...) Es gibt keinen Zweifel: Die Lage der Palästinenser ist nicht hinnehmbar. (...)

Viele Jahre lang hat sich der Iran teilweise durch seine negative Haltung gegenüber meinem Land definiert. Und tatsächlich liegt eine wechselhafte gemeinsame Geschichte zwischen uns. (...) Es wird schwer sein, die Jahrzehnte des Misstrauens zu überwinden, aber wir werden dies mit Mut, Aufrichtigkeit und Entschlossenheit tun.»

International / USA / Nahost / Ägypten
04.06.2009 · 22:39 Uhr
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