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DLV-Asse wollen bei Olympia glänzen

Bei den Olympischen Spielen 2004 und 2008 erlebten die deutschen Leichtathleten jeweils ein Debakel. In London ist die Rehabilitation geplant. Foto: Caroline Seidel / ArchivGroßansicht

Düsseldorf (dpa) - Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) will nach zwei Olympia-Pleiten 2004 und 2008 bei den London-Spielen mit seinen Assen wieder glänzen.

Mit 77 Athleten schickt der DLV 14 mehr als vor vier Jahren in Peking an den Start - darunter ein gutes Dutzend Medaillenanwärter. Bei der EM in Helsinki feierten die deutschen Leichtathleten mit sechs Titeln und zehn weiteren Medaillen eine gelungene Olympia-Generalprobe.

«Die EM wird der Mannschaft einen weiteren Motivationsschub geben», sagte DLV-Sportdirektor Thomas Kurschilgen. «Ich bin der Überzeugung, dass wir in Helsinki viele Athleten gesehen haben, die der deutschen Leichtathletik auch bei den Olympischen Spielen Freude machen werden.» Debakel wie 2004 in Athen (einmal Bronze) und 2008 (zweimal Silber) schließt der DLV so gut wie aus. «Wir brauchen so etwas wirklich nicht», meinte Kurschilgen. «Es gibt keinen Grund, nicht optimistisch und zuversichtlich die Aufgabe anzugehen.»

An der Themse zählen die Europameister Nadine Kleinert, David Storl (beide Kugel), Robert Harting (Diskus) und Sebastian Bayer (Weitsprung) zu den Gold-Favoriten. Europas Zehnkampf-Champion Pascal Behrenbruch wird in London kleine Brötchen backen müssen, wenn er auf Weltrekordler Ashton Eaton und dessen US-Kollegen trifft.

Das deutsche Läufer-Glück in Finnland mit Staffel-Sprint-Gold für die Frauen oder EM-Silber für Arne Gabius (5000 Meter) wird ein Ende haben. Wer kann schon mit Afrikas Wunderläufern oder den Sprintern aus der Karibik und den USA mithalten. Zum spektakulären Höhepunkt dürfte der Sprint-Thriller der Männer am 5. August werden: Strauchelt Titelverteidiger und Weltrekordler Usain Bolt wie bei der WM 2011?

Verstecken gilt nicht! Das ist das Prinzip von Diskus-Herkules Robert Harting, der nach WM- und EM-Gold binnen eines Jahres auch noch Olympiasieger werden will. «Zwei Titel habe ich jetzt und ich hoffe, ich kann noch einen dritten dazuholen», meinte Harting. 28 Siege in Serie und die ersten beiden 70-Meter-Würfe seines Lebens im Mai sind Belege seiner außergewöhnlichen Leistungskraft.

Zweiter großer Hoffnungsträger ist David Storl, der 2011 jüngster Kugelstoß-Weltmeister der Geschichte wurde. Er will bei den XXX. Sommerspielen die 22-Meter-Marke angehen und die bärenstarken Amerikaner um Reese Hoffa in die Knie zwingen. Trotz Gold bei WM und EM hält er sich nicht für den Topfavoriten: «Ich sehe mich nicht als Gejagter, da stehen andere unter Druck.»

Dies gilt auch für Hammerwurf-Weltrekordlerin Betty Heidler, die bei der EM in der Qualifikation scheiterte. «Jetzt weiß ich zumindest, was ich in London nicht machen soll», sagte die WM-Zweite. Eine Nervenprobe wird der olympische Medaillenkampf für Speerwerferin Christina Obergföll werden, die in Helsinki Zweite wurde und erneut verlorenem Gold nachtrauerte.

Auch Ariane Friedrich - sie darf nur über die Härtefallreglung starten - reist nicht ganz unbeschwert nach London. Rechtfertigt die deutsche Hochsprung-Rekordlerin ihre Nominierung am «grünen Tisch» oder wird es ein Flop?

Neben den EM-Medaillengewinnern hat der DLV weitere Trümpfe in der Hinterhand. Speerwurf-Weltmeister Matthias de Zordo, Christian Reif als Weitsprung-Europameister von 2010 und Carolin Nytra, Hallen-Europameisterin im Hürdensprint, verzichteten zuletzt auf die EM in Helsinki und kurierten lieber Blessuren aus.

Olympia / Leichtathletik
28.07.2012 · 21:37 Uhr
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