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DIW-Studie empfiehlt "grüne" Investitionen für EU-Wachstumspaket

Berlin (dts) - Nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) könnten sogenannte grüne Investitionen eingebettet in einem europäischen Wachstumspaket kurzfristig spürbare Beschäftigungsimpulse und mittel- bis langfristig positive fiskalische Effekte auslösen. Das geht aus einer "Handelsblatt-Online" vorliegenden Untersuchung des DIW hervor. "Das jährliche Volumen der (…) grünen Investitionen würde gesamtwirtschaftliche Relevanz erreichen, es könnte die Größenordnung der Konjunkturpakete 2008/2009 sogar übersteigen", heißt es in der Studie Laut den Experten könnten "sehr viele" Wirtschaftsbereiche von grünen Technologien und Maßnahmen profitieren.

Das beginne mit den erneuerbaren Energien und einem angemessenen Netzausbau. Weiterhin seien Energieeffizienzmaßnahmen, beispielsweise im Gebäude-, Industrie- oder Transportbereich denkbar, aber auch die Umgestaltung der Transportinfrastruktur, hin zu mehr öffentlichen Verkehrsmitteln Kritisch sehen die Verfasser der Studie allerdings, dass die Politik die Vorteile dieser Form der Konjunkturstimulierung nicht wirklich nutzt. "Obwohl viele Projekte für Energieeffizienz und erneuerbare Energien – insbesondere vor dem Hintergrund langfristig steigender Preise für fossile Brennstoffe – gesamtwirtschaftlich positiv zu bewerten sind, schreitet ihre Umsetzung nur zögerlich voran." Deswegen gelte es, für "verlässliche regulatorische Rahmenbedingungen" zu sorgen und Finanzierungshemmnisse zu beseitigen. Die DIW-Experten raten vor diesem Hintergrund der Politik, die Europäische Investitionsbank sowie nationale Förderbanken und öffentliche Institutionen zu stärken, "so dass sie gezielt die Finanzierung von Projekte unterstützen können". Möglich sei eine zusätzliche Kapitalisierung, etwa über das EU-Budget, oder staatliche Garantien von EU-Ländern mit guter Bonität Die Experten weisen in ihrer Studie explizit darauf hin, dass grüne Investitionen nicht im Widerspruch zu den Zielen der Haushaltskonsolidierung stünden, da die angestoßenen Projekte sich mittel- und langfristig über zukünftige Energieeinsparungen rentierten: Europa setze Wachstumsimpulse, komme weiter bei der Umsetzung seiner energie- und klimapolitischen Ziele und verringere seine Abhängigkeit von Energieimporten.
DEU / Energie / Natur / Wirtschaftskrise
20.06.2012 · 05:36 Uhr
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