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Direktor des Herzzentrums kritisiert mangelnde Beratung der Patienten durch Kardiologen

Berlin (dts) - Herzchirurgen und Kardiologen konkurrieren um die richtige Therapie für Patienten mit einer Verengung der Herzkrankgefäße, die Herzinfarkte verursachen können. Wie das Magazin "Focus-Gesundheit" berichtet, wird die Methode der Kardiologen, Gefäßstützen (Stents) und Erweiterung per Katheter, immer häufiger durchgeführt. Die Zahl der Bypass-Operationen sinkt.

Der Direktor des Deutschen Herzzentrums, Rüdiger Lange, kritisierte in dem Magazin Kardiologen, die ihre Patienten oft nicht umfassend berieten. Es fielen Sätze wie "Wir können Ihnen ganz unkompliziert das Gefäß mit einem Katheter aufweiten - oder Sie lassen sich im Krankenhaus den Brustkorb aufschneiden, ganz wie Sie wollen", so Lange. "Dann ist klar, dass sich viele aus Angst gegen eine OP entscheiden, auch wenn der Bypass in ihrem Fall langfristig die bessere Lösung gewesen wäre." Den Effizienz-Wettstreit wollen die Bypass-Chirurgen nun für sich entschieden haben. Die Langzeitdaten der"Syntax-Studie", der weltweit größten Vergleichsstudie beider Behandlungsformen, belegen "Focus-Gesundheit" zufolge: Vier Jahre nach einer Gefäßerweiterung mit Stents hatten sich die Arterien bei knapp einem Viertel der Patienten erneut verschlossen, sie mussten noch einmal auf den Kathetertisch. Nach Bypass-OPs hingegen war im selben Zeitraum nur bei etwa halb so vielen Patienten eine Nachbehandlung notwendig. Auch die Gefahr, innerhalb von vier Jahren nach dem Eingriff einen Herzinfarkt zu erleiden, war in der mit Katheter behandelten Gruppe höher, ebenso die Sterberate. Das Votum für die Bypass-Operation gilt jedoch nur bei Patienten mit mittleren und schweren Herzkranzgefäßerkrankungen. Bei unkomplizierteren Fällen waren beide Verfahren gleich erfolgreich.
DEU / Gesundheit
02.11.2011 · 10:31 Uhr
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