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Dioxin-Futtermittel in elf Bundesländern

Nach dem Fund von dioxin-belasteten Bio-Eiern läuft die Suche nach dem Ursprung des Giftes auf Hochtouren.Großansicht
Berlin/Kiew (dpa) - Das dioxinbelastete Bio-Futtermittel ist in elf Bundesländer geliefert worden - nach Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hessen, Baden-Württemberg, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, Brandenburg und Sachsen.

Dies sagte ein Sprecher des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit der Nachrichtenagentur dpa. In der vergangenen Woche waren vor allem in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen zahlreiche Höfe gesperrt worden. Dioxine sind meist schon in geringen Konzentrationen giftig.

In Niedersachsen sind nach Angaben des Agrarministeriums von den bisher 19 bekannten Legehennenbetrieben noch zwei Höfe wegen überhöhter Dioxinwerte in Eiern gesperrt. In Hessen gab es nach dem Dioxin-Verdacht auf zwei Bio-Hühnerfarmen für einen Hof wieder Entwarnung, weil die Dioxinwerte unter der erlaubten Grenze lägen, teilte das Verbraucherschutzministerium in Wiesbaden mit. Auch in Nordrhein-Westfalen wurden mehrere gesperrte Bio-Hühnerfarmen wieder freigegeben. In allen untersuchten Eierproben seien zwar Dioxine nachgewiesen worden - diese hätten die zulässigen Grenzwerte jedoch nicht überschritten, teilten die Behörden mit. Drei weitere Höfe in dem Bundesland blieben dagegen auch weiterhin gesperrt.

Der belastete Mais war nach deutschen Angaben im Winter von einem niederländischen Unternehmen von Nordrhein-Westfalen aus in mehrere Bundesländer verkauft worden.

Die Ukraine wies zurück, das belastete Hühnerfutter geliefert zu haben. Die Beschuldigungen beschädigten das Ansehen des Landes, das ein wichtiger Getreidelieferant sei, sagte Landwirtschaftsminister Nikolai Prisjaschnjuk nach Angaben der Kiewer Tageszeitung «Kommersant». «Wir werden alles dafür tun, dass die Behauptungen gestoppt werden.» Die Ukraine werde Untersuchungen aufnehmen.

Ukrainische Experten wiesen darauf hin, dass Dioxine in der Landwirtschaft der Ex-Sowjetrepublik nicht verwendet würden. «Anzunehmen, dass das Dioxin zufällig in den Mais gelangt ist, ist absurd», sagte der frühere Agrarminister Nikolai Polischtschuk.

Einem «Spiegel»-Bericht zufolge soll der brancheneigene Verein für kontrollierte und alternative Tierhaltungsformen (KAT) bereits am 16. März Informationen über Kontaminationen gehabt haben. Der Verein informierte die Behörden nach Angaben der «Tageszeitung» (taz) erst am 27. April. Die FDP im Bundestag forderte Aufklärung. Die schwarz- gelbe Koalition verlange einen Bericht der Bundesregierung im Bundestags-Verbraucherausschuss am kommenden Mittwoch, sagte die FDP- Agrarpolitikerin Christel Happach-Kasan.

Agrar / Umwelt
12.05.2010 · 21:03 Uhr
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