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Die Welt holt ihre Bürger aus Libyen zurück

Tripolis/Berlin (dpa) - Tausende von Ausländern fliehen angesichts der zunehmenden Gewalt mit Unterstützung ihrer jeweiligen Regierungen aus Libyen. Passagierflugzeuge, Militärmaschinen und Schiffe nahmen aus allen Richtungen Kurs auf Libyen, um möglichst viele Ausländer in Sicherheit zu bringen.

Und wer es nicht kann, ruft zumindest die libyschen Behörden um Vernunft an oder empfiehlt den Landsleuten, möglichst rasch auf dem Landweg das Weite zu suchen. In der libyschen Hauptstadt Tripolis landeten am Dienstag gleich drei Sondermaschinen, um Deutsche nach Hause zu bringen. Wie das Auswärtige Amt in Berlin mitteilte, sollen die beiden Transall-Militärtransporter sowie der Airbus der Lufthansa noch im Lauf des Dienstags zurückfliegen. Erwartet wurde, dass der Großteil der etwa 400 Bundesbürger, die sich noch in Libyen aufhielten, ausreisen wollten. Die Lufthansa richtete am Flughafen einen Sonderschalter ein, um die Aktion zu koordinieren.

Frankreich schickte am Dienstag drei Militärmaschinen nach Tripolis, um von dort die rund 550 Franzosen in Sicherheit zu bringen.

Schon in der Nacht hatte das österreichische Militär 62 EU-Bürger aus verschiedenen Ländern aus Tripolis ausgeflogen. Die Hercules-Maschine mit dem rot-weiß-roten Erkennungszeichen blieb auf Malta in Stand-by, um bei Bedarf zu einem neuen Einsatz zu starten. Für die noch in Libyen verbliebenen rund 100 Österreicher startete am Vormittag in Wien eine Sondermaschine der nationalen Fluggesellschaft Austrian.

Auf Schiffe setzte die türkische Regierung, nachdem am Vortag ein Sonderflug hatte abgebrochen werden müssen. Zwei große türkische Fähren waren bereits in Begleitung eines Kriegsschiffes unterwegs zur Küste Nordafrikas. Zwei weitere Schiffe sollten am Dienstag und Mittwoch ablegen, berichtete die türkische Nachrichtenagentur Anadolu. In Libyen halten sich insgesamt etwa 25 000 Türken auf, viele als Mitarbeiter türkischer Baufirmen.

Ein griechischer Frachter lief am Dienstag in den kleinen libyschen Hafen von Ras Lanuf ein, um von dort griechische Bürger abzuholen. Das Schiff «Minerva Antonia» wird nach Angaben des griechischen Außenministeriums bis Mittwoch im Hafen warten, um so viele Menschen wie möglich in Sicherheit zu bringen. Dutzende griechische und griechisch-zyprische Arbeiter und Techniker sind seit Tagen in abgelegenen Orten in der libyschen Wüste abgeschnitten, berichtete das griechische Radio. Sie arbeiteten dort bei verschiedenen Infrastrukturprojekten.

Chinas Regierung äußerte sich vorerst «sehr besorgt» über die Entwicklung in Libyen, hat aber keine öffentlich bekanntgewordenen Schritte zum Schutz ihrer Landsleute vor Ort unternommen. Nach einem Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua aus Tripolis stürmten und plünderten «bewaffnete Räuber» die Baustelle der chinesischen Huafeng Construction Company in Libyen. Fast 1000 chinesische Bauarbeiter hätten ihre Unterkünfte verlassen müssen. Zu Fuß versuchten Arbeiter, ins mehrere hundert Kilometer entfernte Tripolis zu gelangen, um zurück nach China zu fliegen.

Am ägyptisch-libyschen Grenzübergang Sollum trafen ununterbrochen neue Konvois mit Ägyptern ein, die den Landweg zur Flucht nutzten. Aber auch Libyer nahmen teilweise kilometerlange Fußmärsche durch Sand und Hitze in Kauf, um Schutz in Ägypten zu suchen. Die ägyptische Armee hatte schon zuvor mitgeteilt, die Grenze zu Libyen sei für jeden geöffnet, der aus dem Nachbarland fliehen wolle.

Zur Unterstützung der knapp 1,5 Millionen Ägypter, die vor Beginn der blutigen Unruhen in Libyen lebten, schickte Kairo am Dienstag mehrere Sonderflüge - sowohl Passagiermaschinen der EgyptAir als auch Transportflugzeuge der Luftwaffe.

Unruhen / Flüchtlinge / Libyen
22.02.2011 · 22:28 Uhr
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