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Die Spitzenkandidaten in Rheinland-Pfalz

Die Spitzenkandidatin der CDU, Julia Klöckner, neben Ministerpräsident Kurt Beck (SPD).Großansicht

Mainz (dpa) - Die SPD in Rheinland-Pfalz schickt Ministerpräsident Kurt Beck ins Rennen um die Macht im Lande, die CDU kontert mit der deutlich jüngeren Spitzenkandidatin Julia Klöckner.

Die FDP setzt wie ihr früherer Koalitionspartner SPD auf ein Polit-Urgestein: auf Ex-Justizminister Herbert Mertin. Grüne und Linke treten jeweils mit einer Doppelspitze an. dpa stellt die Kandidaten in Kurzporträts vor:

KURT BECK (SPD): Der SPD-Spitzenkandidat ist Deutschlands dienstältester Ministerpräsident. Bereits 1994 hat ihn der Landtag erstmals zum Regierungschef gewählt. Der 62-jährige Maurersohn aus der Südpfalz gilt als beliebter und bodenständiger Landesvater. Manche behaupten, Beck habe bereits der Hälfte der vier Millionen Rheinland-Pfälzer die Hand geschüttelt. Auf dem Berliner Parkett war er weniger erfolgreich: Nach seiner Wahl zum SPD-Bundesvorsitzenden 2006 trat er bereits 2008 nach internen Ränkespielen wieder zurück. Als größte Krise seiner Amtszeit als Ministerpräsident gilt die Nürburgring-Affäre. Die Privatfinanzierung des offiziell 330 Millionen Euro teuren Freizeitzentrums an der Rennstrecke war 2009 spektakulär gescheitert.

JULIA KLÖCKNER (CDU): Die CDU-Politikerin, die Kurt Beck herausfordert, ist jung und erfolgreich. Die 38-jährige Winzertochter stammt aus dem Nahetal und arbeitete bis vor kurzem als Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesagrarministerium mit dem Schwerpunkt Verbraucherschutz. Wegen des Wahlkampfes gab sie das Amt Mitte Februar auf. Die telegene und medial erfahrene CDU-Landeschefin ist schon als sehr junge Frau viel herumgekommen: Mitte der 1990er Jahre bereiste sie als Deutsche Weinkönigin die Weinbauregionen der Welt. In der Heimat arbeitete sie als Religionslehrerin und Journalistin, trat 1997 in die Junge Union ein und wurde 2002 erstmals Bundestagsabgeordnete. Ihr wird ein guter Draht zu Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nachgesagt.

HERBERT MERTIN (FDP): Seine Fraktion im rheinland-pfälzischen Landtag ist die kleinste, sein Prestige als Redner der Opposition jedoch groß - nicht nur bei seinen Parteikollegen. Der Chef der kleineren Oppositionsfraktion hat sich als Kritiker der Landesregierung einen Namen gemacht. Für bundesweite Schlagzeilen sorgte Mertin Ende 2010, als er seinen Parteichef Guido Westerwelle als «Klotz am Bein» bezeichnete. Sein rollendes «R» und der Bart sind die Markenzeichen des 52-jährigen Koblenzer Rechtsanwalts, der in Chile geboren wurde. 1996 errang er einen Sitz im Landtag in Mainz. Drei Jahre später wurde er von Beck zum Nachfolger des aus gesundheitlichen Gründen zurückgetretenen Justizministers Peter Caesar (FDP) bestellt.

EVELINE LEMKE und DANIEL KÖBLER (Grüne): Die 46-jährige Unternehmensberaterin Lemke führt die Grünen in Rheinland-Pfalz seit 2006 an. Die gebürtige Hamburgerin bezeichnet ihre Partei als «Bewegung» und möchte sich unter anderem in der Wirtschafts- und Umweltpolitik auf Landesebene profilieren. Sie saß von 2001 bis 2005 in der Gemeindevertretung im hessischen Neu-Anspach und im Kreistag des Hochtaunuskreises. Heute lebt Lemke in einer Patchworkfamilie mit vier Kindern im Ahrtal. Der 29 Jahre alte Köbler startete seine politische Laufbahn 2001 im Jugendverband der Grünen, seit 2004 sitzt er für die Partei im Mainzer Stadtrat. Der Politikwissenschaftler ist Vater zweier Kinder und bekennender «Tatort»-Fan. Als eines seiner Vorbilder nennt er Willy Brandt.

ROBERT DRUMM UND TANJA KRAUTH (Linke): Die Doppelspitze der Linken bilden der 60-jährige Drumm - einst einziger Bürgermeister der Linken in Westdeutschland - und Tanja Krauth. Drumm war lange Jahre Ortsbürgermeister des wenige hundert Seelen-Ortes Ruthweiler im Kreis Kusel - wie schon einst sein Großvater. Früher war Drumm in der SPD, 2007 ging er zu den Linken. Damit war der Personalleiter des Westpfalz-Klinikums in Kusel auch nach eigenem Bekunden das erste Mitglied der Partei in Rheinland-Pfalz. Die 42-jährige Krauth, die Musicals und Theater als Hobby angibt, trat 2005 in die WASG ein. Derzeit ist die alleinerziehende Mutter einer Tochter unter anderem Linken-Kreisvorsitzende in Birkenfeld. Sie sieht ihre Aufgabe vor allem in der Friedenspolitik.

Wahlen / Landtag / Rheinland-Pfalz
27.03.2011 · 09:05 Uhr
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