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Die neue SPD-Spitze im Kurzporträt

Manuela SchwesigGroßansicht
Berlin (dpa) - Als neuer SPD-Chef soll der bisherige Bundesumweltminister Sigmar Gabriel künftig vier Stellvertreter haben. Generalsekretärin soll die bisherige Parteivize Andrea Nahles werden. Die «Neuen» im Kurzporträt:

MANUELA SCHWESIG: Die größte Überraschung in der neuen SPD-Spitze. Seit einem Jahr Sozialministerin in Mecklenburg-Vorpommern, darüber hinaus erst seit diesem Sommer bekannt. Im Wahlkampfteam des gescheiterten SPD-Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeier für die Familienpolitik zuständig. Fiel dabei noch am meisten auf. Mit 35 Jahren auch die Jüngste in der neuen Führungsriege. Geboren in der DDR, Diplom-Volkswirtin, verheiratet, Mutter eines kleinen Sohnes. Politisch immer noch ein ziemlich unbeschriebenes Blatt.

HANNELORE KRAFT: SPD-Landesvorsitzende in Nordrhein-Westfalen, wo im Mai 2010 die nächste wichtige Landtagswahl zu bestehen ist. Im «Team Steinmeier» trotzdem nicht dabei. Gelernte Bankkauffrau, studierte Wirtschaftswissenschaftlerin. 48 Jahre alt, Regierungserfahrung auf verschiedenen Ministerposten in NRW: Wissenschaft, Forschung, Europa, Bundesangelegenheiten. Gilt als Pragmatikerin. Bundespolitisch bislang noch in der zweiten Reihe. Verheiratet, ein Sohn.

KLAUS WOWEREIT: Regierender Bürgermeister von Berlin und fast schon seit acht Jahren an der Spitze einer rot-roten Koalition. Gilt deshalb als möglicher Wegbereiter einer bundesweiten Öffnung zur Linkspartei. Hoffnungsträger mit Ambitionen auf die nächste Kanzlerkandidatur. Mit 56 Jahren aber auch schon der Senior innerhalb der neuen SPD-Spitze. Gelernter Jurist, Partygänger, Skat- und Golfspieler. Lebt mit einem Arzt zusammen. Bekanntester Satz, immer noch: «Ich bin schwul - und das ist auch gut so.»

OLAF SCHOLZ: Noch wenige Wochen Bundesarbeitsminister. Außerdem Fachanwalt für Arbeitsrecht und designierter SPD-Landeschef in Hamburg. Mit 51 Jahren für den Politbetrieb noch recht jung, aber schon viele Karriere-Stationen: Innensenator in Hamburg, SPD- Generalsekretär und Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD- Bundestagsfraktion. Früher wegen arger Funktionärssprache als «Scholzomat» gescholten, zuletzt einer der Aktivposten in der großen Koalition. Verheiratet.

ANDREA NAHLES: Bisher noch stellvertretende SPD-Vorsitzende. Einst Chefin der Nachwuchsorganisation Jusos und für kurze Zeit schon einmal designierte Generalsekretärin: 2005, gegen den Willen von Franz Müntefering, der deshalb nicht mehr Parteichef sein wollte. Parteilinke, begabte Strippenzieherin. Kommt aus Rheinland-Pfalz, dem Heimatland des zwischenzeitlichen SPD-Vorsitzenden Kurt Beck. Ansonsten Germanistin und bekennende Katholikin. Erst 39 Jahre alt, gilt bei vielen in der SPD als Frau für noch höhere Aufgaben.

Parteien / SPD
01.10.2009 · 22:46 Uhr
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