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Deutschland glüht einem Hitze-Rekord entgegen

Kopf im WassereimerGroßansicht
Offenbach (dpa) - Deutschland glüht dem Rekord entgegen: Bei Temperaturen von knapp unter 40 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit herrschte am Samstag Tropenklima.

Schon am Morgen wurden vielerorts Werte um 30 Grad gemessen. «Solche Temperaturen um diese Tageszeit sind rekordverdächtig», sagte Christoph Hartmann vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach.

In vielen Orten, darunter in Berlin oder in Bayern, wurde nachmittags die Rekord-Marke des bisherigen Jahres geknackt. Die Spitzenmarken aus dem Supersommer 2003 wurden aber noch nicht erreicht. Damals wurde im August in Roth bei Nürnberg der Rekordwert von 40,4 Grad Celsius gemessen. Am Samstag war es mit 38,8 Grad im rheinland-pfälzischen Bendorf am heißesten, in Trier erreichten die Temperaturen 38,3 Grad, in Koblenz und im brandenburgischen Lenzen an der Elbe 38,2 Grad. In Hannover, Berlin und Karlsruhe schwitzten die Menschen bei 38,0 Grad. Und am Sonntag sollte es mancherorts noch heißer werden.

Ausgerechnet in der Gluthitze machten sich tausende Autofahrer auf die Fahrt in den Urlaub, es kam zu kilometerlangen Staus in Richtung Norden und entlang der Ostseeküste. Auch in Österreich warteten auf der Tauernautobahn von Bayern Richtung Süden die Urlauber bei Gluthitze in ihren Autos und konnten nur vom Badespaß träumen.

Trotz des Ferienbeginns in vier Bundesländern blieb der befürchtete Kollaps auf den bayerischen Autobahnen dagegen zunächst aus. Stressig wurde die Ferienfahrt nur auf der Autobahn 3 Frankfurt- Nürnberg. Dort stockte der Verkehr zwischen Wertheim und Kitzingen auf 40 Kilometern.

Mit Abkühlung ist nach der DWD-Vorhersage frühestens am Dienstag zu rechnen. Dann sollen die Temperaturen in Teilen Nordwestdeutschlands kurzzeitig auf etwa 25 Grad sinken. In Ostdeutschland bleibt es allerdings glühend heiß.

Am Samstagmorgen war der Spitzenreiter um kurz nach 9.00 Uhr Schwerin, wo 30 Grad gemessen wurden. In Aachen, Hamburg und Mannheim kletterten die Werte auf 28 Grad, Berlin hatte am Morgen 27 Grad zu bieten. Der DWD registrierte um die Mittagszeit in Göttingen 31 Grad, die sich aber wegen der drückenden Schwüle aber «wie 37 Grad anfühlen», wie Meteorologe Hartmann erläuterte.

Wer der großen Hitze entkommen wollte, war auf den ost- und nordfriesischen Inseln gut aufgehoben. Auf Helgoland stellte Meteomedia angenehme 20,5 Grad fest. Dazu wehte an den Küsten ein leichter Seewind. Der kühlste Ort des Landes war am Samstag die Zugspitze: Deutschlands höchster Berg hatte nach Meteomedia-Angaben in 2960 Metern Höhe nur elf Grad zu bieten.

Die Menschen scheinen sich auf die Hitze gut eingestellt zu haben. Bei den Einsatzkräften von Polizei und Feuerwehr blieb es weitgehend ruhig. Unzählige Menschen kühlten sich mit einem Sprung in den See, den Fluss oder das Schwimmbad ab. Eine 81-Jährige starb allerdings bei einem Badeunfall im Weitmannsee bei Kissing in Bayern.

Beim WM-Spiel der deutschen Fußballer um Platz drei drohte es am Samstagabend mancherorts auch wettermäßig kräftig zu krachen: Gewitter näherten sich aus Frankreich und sollten noch am Abend von Aachen her das Rheinland und den Niederrhein erreichen, berichtete der DWD in Essen. Die Fans mussten sich in der betroffenen Region auf schwere Gewitter mit Regen, Hagel und Sturmböen gefasst machen.

Wetter / Verkehr
10.07.2010 · 20:59 Uhr
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