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Deutscher Terrorverdächtiger in Jemen vor Gericht

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Sanaa/Berlin (dpa) - In Jemen steht ein angeblich deutscher Jugendlicher wegen Mitgliedschaft in einer islamistischen Terrorgruppe vor Gericht. Zusammen mit anderen Jugendlichen soll er Anschläge auf Touristen geplant haben.

Der junge Mann, der nach eigenen Angaben 16 Jahre alt und Sohn eines Deutschen und einer Jemenitin ist, bestreitet die Vorwürfe. An seinen deutschen Vater könne er sich nicht erinnern, sagte der Angeklagte. Seine Mutter saß im Gerichtssaal. Sie wollte nicht mit Reportern sprechen. Ihr Sohn erklärte vor dem Staatssicherheitsgericht in der Hauptstadt Sanaa, seine Lebensumstände im Jemen seien hart. Deshalb solle ihm die deutsche Botschaft helfen, nach Deutschland auszureisen.

Das Auswärtige Amt in Berlin konnte die Nationalität des Angeklagten zunächst nicht bestätigen. «Wir gehen diesen Hinweisen nach», sagte ein Sprecher in Berlin, Klarheit gebe es aber noch nicht. Trotzdem verfolge man den Fall. Ein Vertreter der deutschen Botschaft war am Montag im Gerichtssaal.

Zusammen mit dem 16-Jährigen müssen sich auch ein 15 Jahre alter Iraker und zwei Jemeniten im Alter von 18 und 22 Jahren vor Gericht verantworten. Sie sollen laut Anklageschrift «eine bewaffnete Bande gegründet haben, um Touristen sowie ausländische und militärische Ziele im Jemen anzugreifen».

Nach der Verhaftung der vier Terrorverdächtigen hatte es von offizieller Seite zunächst geheißen, sie seien an der Planung eines misslungenen Selbstmordattentates auf den britischen Botschafter Tim Torlot beteiligt gewesen. Davon war am Montag vor Gericht aber nicht mehr die Rede. Der britische Botschafter war bei dem Anschlag am 26. April unversehrt geblieben. Ein junger Selbstmordattentäter hatte sich neben ihm in die Luft gesprengt.

Der Prozess soll am 3. Oktober fortgesetzt werden. Im Jemen stehen Al-Kaida- Terroristen seit dem misslungenen Anschlag auf ein Passagierflugzeug nach Detroit im vergangenen Dezember verstärkt im Visier des US-Geheimdienstes. Der Anschlag soll im Jemen geplant worden sein.

Prozesse / Terrorismus / Jemen / Deutschland
20.09.2010 · 17:09 Uhr
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